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		<title>Pause</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 07:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
				<category><![CDATA[1]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leser, im Augenblick mache ich eine Pause in der Veröffentlichung der Artikel. Aus Zeitgründen und auch, weil ich ab der nächsten Woche unterwegs bin. Wer Interesse hat, weiterzulesen, kann sich gerne das e-book vorab bestellen oder wartet einfach noch ein bisschen, bis es wieder losgeht. Ich bitte um Verständnis. Allen eine gute Zeit &#38; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=531&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leser,</p>
<p>im Augenblick mache ich eine Pause in der Veröffentlichung der Artikel. Aus Zeitgründen und auch, weil ich ab der nächsten Woche unterwegs bin.</p>
<p>Wer Interesse hat, weiterzulesen, kann sich gerne das<a href="http://erikareglin.wordpress.com/book-2/" target="_self"> e-book</a> vorab bestellen oder wartet einfach noch ein bisschen, bis es wieder losgeht.</p>
<p>Ich bitte um Verständnis.</p>
<p>Allen eine gute Zeit &amp; bis bald!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erikareglin.wordpress.com/531/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erikareglin.wordpress.com/531/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erikareglin.wordpress.com/531/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erikareglin.wordpress.com/531/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erikareglin.wordpress.com/531/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erikareglin.wordpress.com/531/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erikareglin.wordpress.com/531/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erikareglin.wordpress.com/531/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erikareglin.wordpress.com/531/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erikareglin.wordpress.com/531/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erikareglin.wordpress.com/531/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erikareglin.wordpress.com/531/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erikareglin.wordpress.com/531/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erikareglin.wordpress.com/531/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=531&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>The World – Dubai</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 12:08:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
				<category><![CDATA[12. Kapitel]]></category>
		<category><![CDATA[Dubai]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Zumwinkels, und auch mittlerweile Elvira und Genesis, sind auf The World angekommen. In jeweils zwei verschiedenen Häusern untergebracht, Anna legt Wert auf ihre Intimsphäre, packen die einen ihre Koffer aus, während die anderen schon auf der Palmen bewachsenen Veranda sitzen und ihren ersten Cocktail schlürfen. „Ich finde, man hätte The World ebenfalls für die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=516&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color:#993300;"></p>
<div id="attachment_521" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_World_%28Inselgruppe%29"><img class="size-full wp-image-521" title="180px-The_World_on_18_October_2007_Pict_3" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/03/180px-the_world_on_18_october_2007_pict_3.jpg?w=510" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Wikipedia</p></div>
<p>Die Zumwinkels, und auch mittlerweile Elvira und Genesis, </span></h2>
<p>sind auf The World angekommen. In jeweils zwei verschiedenen Häusern untergebracht, Anna legt Wert auf ihre Intimsphäre, packen die einen ihre Koffer aus, während die anderen schon auf der Palmen bewachsenen Veranda sitzen und ihren ersten Cocktail schlürfen.</p>
<p>„Ich finde, man hätte The World ebenfalls für die sieben Weltwunder nominieren müssen, Erwin. Was meinst du, ist es nicht das schönste Fleckchen Erde, das man sich überhaupt vorstellen kann? Ich habe das Gefühl, ich bin im Paradies!“, freut sich Anna.</p>
<p>Gemäß ihrer Herkunft sind die Zumwinkels auf der Insel „Deutschland“ einquartiert worden. Die Kosten für das Wochenende belaufen sich in etwa auf zweihundertfünzigtausend Euro. Auf dem Programm stehen ein Abendessen auf der Yacht von Scheich Al Mafi, zu dem rund einhundert Gäste geladen sind, ein Tauchkurs am nächsten Morgen zu den künstlich angelegten Korallenfeldern unweit von „England“ sowie eine Therapiestunde mit den Delfinen „Delfinè“ und „Thinker“. Danach steht Shoppen in der größten Mall von Dubai auf der Liste. <span id="more-516"></span></p>
<p>„Du hast Recht, Liebes. Ich mag es hier auch“, sagt Erwin und blättert eine Seite im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung um, die er gerade studiert. Nachdem die Zumwinkels am Morgen ihr schmuckes Haus bezogen haben, schickten sie ein Taxi zum Flughafen, um Elvira und ihren Freund abholen zu lassen.</p>
<p>„Dafür schuldet Richard uns einen Gefallen“, meint Erwin und freut sich darauf, diesen für sein nächstes Bauprojekt einspannen zu können. Ein Haus, das mit ins Landesinnere wächst. Was bedeutet, dass es der Meeresherrschaft ein Schnippchen schlägt und weggefressene Klippen nicht gleich zum Anlass nimmt, in den Ozean zu stürzen. Was wiederum heißt, dass die Versorgungsanschlüsse für Wasser und Strom nicht unterirdisch verlaufen dürfen und eine intelligente Schiebevorrichtung für das Versetzen des Hauses her muss.</p>
<p>„Schon lange nichts mehr von Richard gehört. Wir können Elvira fragen, ob er nicht bald mal wieder nach München kommen möchte.“ „Ja, so gesehen, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass die kleine Nervensäge jetzt hier ist“, sagt Anna gutmütig und betrachtet verträumt eine hübsche kleine, weiße Motorjacht, die gerade in gemächlichem Tempo an ihrer Insel vorbeigleitet. An Bord sind Tarzan und Verena und winken.</p>
<p><strong>Im Nebenhaus blickt Genesis auf und entdeckt das Boot</strong> aus dem Panoramafenster im ersten Stock des Hauses, wo er wieder mal auf der Couch sitzt und gerade den Flachbildfernseher einschalten will, als sein Blick nach draußen fällt. Er erkennt Tarzan und denkt: „Kaum auf der Erde, schon ist Gottes Gefolge nicht mehr weit.“ Von all dem bekommt gerade Gott nichts mit. Er sitzt oben im Turm seiner geheimen Kälteresidenz und beschaut sich Richards Fänom.</p>
<p>Elvira kommt frisch geduscht aus dem Schlafzimmer, hakt ihren Bikini zu und wirft sich einen seidenen Umhang um. „Jakob, komm mit nach draußen. Bis zum Abendessen haben wir noch ein paar Stunden Zeit. Lass uns den Zumwinkels einen Besuch abstatten. Die bezahlen ja schließlich alles hier, da müssen wir ein bisschen höflich sein.“ „Wenn’s weiter nichts ist“, nickt dieser und gemeinsam gehen sie das kurze Stück hinüber zum Nachbarhaus.</p>
<p>Als sie auf der Veranda ankommen, werden sie sehr herzlich von Erwin und Anna begrüßt: „Liebe Elvira, schön, du hast dich frisch gemacht. Jakob, willkommen auf The World! Möchtet ihr was trinken, wir haben Mai Thais.“ Beide nicken und Erwin steht auf, um an der Garten-Bar die Drinks zu mixen. „Gleich vorweg, Anna, ich weiß, dass Ihr scharf auf ein Treffen mit Richard seid. Und weil ich die Hand, die mich füttert, nicht beißen werde, rufe ich ihn in den nächsten Tagen an, damit er sich bei euch meldet. Gut?“ „Bestens“, lächelt Anna, „du weißt, was sich gehört.“ Dann fordert sie die beiden auf, sich zu setzen.</p>
<p><strong>Verena, die ihr Debüt auf der Erde gibt</strong> und gestern noch in Washington D.C. zu tun hatte, glaubt nicht, was sie hier unten sieht. „Ich meine, ich wusste ja, was die hier bauen, aber dass es so echt aussieht, Wahnsinn! Irgendwer muss denen einen Tipp gegeben haben. Jedenfalls danke, dass du mich auf diesen Trip mitnimmst, Tarzan.“ „Keine Ursache, Verena, ich hatte es dir ja versprochen. Und ich finde, dass wir uns nach der Nacht beim Freudenfeuer auch nicht einfach so aus den Augen verlieren sollten. Hast du wieder diese tolle Unterwäsche dabei?“</p>
<p>Tarzan gibt Verena einen kleinen Klaps auf den Po, den sie keck nach hinten reckt, während sie sich an die Rehling der Jacht lehnt. Nicht ohne Grund, denn Verena hat ihn abends zuvor im Hotelzimmer recht deutlich wissen lassen, dass sie auf die Schulmädchennummer mit übers Knie legen steht. „Was ist mit Jane, denkst du, die hat was gegen unsere nicht ganz körperfreie Verbindung?“ „Ganz bestimmt hat sie was dagegen. Aber wir sind jetzt schon so lange zusammen, dass sie sich hin und wieder selbst mal anderweitig umtut, auch wenn sie es gern geheim hält und nicht darüber reden möchte. Ganz ehrlich möchte ich es auch gar nicht wissen.“ „Na, das macht die ganze Sache noch etwas aufregender“, sagt Verena und kommt sich überhaupt nicht verrucht vor.</p>
<p><strong>Sex ist in Sin City kein Tabu-Thema. </strong>In der Regel gehen die Bewohner mit ihren Beziehungen eher locker um. Eine traditionelle lang anhaltende Verbindung oder Ehe, wie man sie auf der Erde kennt, gibt es dort nicht. Ex-Partner werden genauso wohlwollend verabschiedet wie man sie willkommen heißt. Was neue Partner davor bewahrt, sich endlos lange Hetztiraden über den oder die Ex anhören und einen auf verständnisvoll machen zu müssen. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass der Hormonhaushalt der Sin Cityianer keine so große Auswirkung auf ihre Paarungs- und Bindungsbereitschaft hat. Demnach Emotionen in geringerem Maße ausgelebt und darum häufig verstärkt werden wollen. Mit der Folge, dass es teilweise absurde Blüten in Sachen Fetischismus treibt. Insgesamt veranlasst es den Sin Cityianer zu mehr Freundlichkeit, wenngleich mancher Erdenmensch dieses Freundlichsein als unhöfliche Gleichgültigkeit interpretieren würde.<br />
Weniger Indifferenz herrscht unter den Lebenden des Paradieses der ersten Gattung, bis auf Jesus, dem man so recht keiner der Kategorien zuordnen kann und der mit seiner guten Laune selbst den Ausgeglichensten misstrauisch machen kann. Den Schwarzmalern, denen Jesus begegnet, antwortet er häufig: „Immer gut, wenn die Laune besser ist, als die Lage, nicht wahr.“ Psychoanalyse, ja überhaupt das auf der Erde weit gefächerte Feld der Therapie, ist in Sin City nicht vertreten. Man wundert sich allerdings nicht, dass unten auf der Erde das Analytikerheer umso größer wird, je stärker sich die Industrienationen zu Wissensgesellschaften entwickeln.</p>
<p><strong>„Wie lange bleiben wir?“</strong>, kichert Verena, weil Tarzan gerade an ihrem Ohrläppchen nagt. „Ach, das steht eigentlich nicht fest. Es kommt ganz darauf an, was uns unter die Augen kommt und ob es für deine Studien interessant sein könnte. Du weißt ja, hier unten geschieht manchmal Unerwartetes und wenn es nur eine Boeing ist, die auf einem Fluss landet.“ „Richtig. Der Tag im Kongress war übrigens wirklich spaßig. Schade, dass du nicht dabei warst. Dass sich die amerikanische Opposition für die spätere Annahme der 3,7 Millionen Dollar aus dem 3,8 Millionen schweren Konjunkturpaket der Regierung rechtfertigen musste. Einfach großartig! Irgend so ein Stinker aus Louisianna hatte das Geld zuvor angeboten bekommen und wollte es nicht annehmen. Dass er es aber dann doch nicht ausschlagen konnte, ist ganz schön peinlich. Und typisch Mensch! Für meine Arbeit war das nun nicht unbedingt ein Beispiel, bei dem ich irgendeine frische Erkenntnis gewonnen hätte. Allerdings muss ich sagen, der neue Präsident der Vereinigten Staaten scheint ein braver Mann zu sein, der uns hoffentlich noch überraschen wird. Und, was machen wir heute Abend?“, wechselt Verena das Thema.</p>
<p>„Wir gehen auf eine Party. An Bord der Jacht von Scheich Al Mafi gibt es nachher ein Stelldichein von allen, die hier Rang und Namen haben. Wir schmuggeln uns hinein und horchen uns ein wenig um. Vielleicht gibt es hier die Verbindung, die uns Aufschluss über den Schimmelbefall gibt.“ „Herrlich. Dann lass uns doch den Anker werfen und noch ein wenig unter Deck gehen, ich bin heute noch gar nicht so richtig von dir bestraft worden“, fordert Verena Tarzan auf. Der lässt sich nicht lang bitten. Langsam nimmt die Jacht Fahrt weg und bleibt schließlich dümpelnd auf den Wellen liegen. Wenig später hört man, wie auf nackte Haut geklatscht wird und entzückte Schreie aus der Schlafkoje kommen.</p>
<p><strong>Am frühen Abend finden </strong>sich nach und nach die Gäste auf der königlichen Jacht von Al Mafi ein. Die Zumwinkels, in klassischer Abendgarderobe, genau wie Genesis, der einer aufgemotzten Elvira gerade über den Steg an der Anlegestelle hilft. Im Verlauf der Nacht, bei dem die wichtigen Ereignisse erst zu sehr später Stunde passieren, gehört es zu den weniger bedeutsamen Dingen, dass man sich begrüßt, allgemein auf die Gesundheit anstößt, sich um wer- macht-was-und-warum-Themen kümmert, seine Juwelen zur Schau stellt, die der anderen Anwesenden beäugt und das Bordpersonal übersieht.</p>
<p>Verena, die in ihrer unterwürfigen Rolle als Hostess zur Hochform aufläuft und es ziemlich toll findet, verschafft sich dadurch die nötige Unauffälligkeit und zwinkert hin und wieder in Richtung Bar, hinter der Tarzan in einer Livree gekonnt und gut gelaunt Cocktails schüttelt.</p>
<p><strong>Der echte Barkeeper torkelt unterdessen vollgepumpt mit Glücksgefühlen</strong> durch die sauberen Straßen von Dubai. Eine Überdosis Sternenstaubs hat ihm die Sinne benebelt. Mit ganz neuen Augen bewundert er die Schönheit seiner Stadt. Bleibt hier und dort stehen, lässt sich von den prunkvollen Auslagen der Geschäfte blenden, riecht an einer Straßenlaterne und legt sich auf den Bürgersteig, den die Sonne tagsüber erwärmt hat. Einige Katzen schnurren um ihn herum. Als er aufsteht, sitzen zwei davon auf seiner Schulter. Die eine schwarz, die andere braun gefleckt.</p>
<p>Auf der Jacht inhalieren Verena und Tarzan die Atmosphäre. Sowohl prächtig als auch geschmacklos gekleidete Menschen defilieren an ihnen vorbei, lassen sich mit Getränken und Speisen versorgen und erneuern ihren Status quo, während nebenbei wichtige Geschäfte abgewickelt werden.</p>
<p>Zu sehen sind auch Anna und Erwin Zumwinkel, die sich bei Tarzan einen Jack-Daniels auf Eis bestellen und sich unterhalten, quasi. Anna: „Erwin, sieh mal, da hinten steht eine Frau mit Bart. Halt, nicht so direkt gucken, sie schaut gerade zu uns rüber!“ Erwin: „Bist du sicher, dass es nicht Ibn Abdallah ist, der wirkt immer ein wenig weibisch.“ Anna: „Nein, ganz sicher ist das kein Mann! Aber meine Güte, wenn ich so einen Schnurbart hätte, dann würde ich ihn mir doch entfernen lassen.“ Erwin: Ich glaube, der Dicke, der sich gerade zu ihr beugt, könnte ihr Mann sein. Von irgendwo kenne ich den.“ Anna: „Ach du liebe Zeit. Jetzt kommen sie her!“ Und so geht es weiter, bis plötzlich Genesis zu Tarzan herüber schlendert und sich ihm direkt gegenüber auf einen Barhocker setzt.</p>
<p>Tarzan, der soeben das Getränk aus dem Shaker in ein Glas umfüllen will, lässt die Hände sinken und schaut Genesis überrascht an. „Du!“, ist alles, was er herausbringt. „Höchstpersönlich“, lächelt Genesis. „Überrascht?“ „Was machst du hier?“, will Tarzan wissen. „Als ob ich dir das auf die Nase binde. Nur so viel: ihr könnt wieder mit mir rechnen. Lauf ruhig zum Allmächtigen und sag’s ihm. Ein zweites Mal wird er mich ja wohl nicht verbannen. Um ehrlich zu sein, ich finde es ganz schön ungerecht, die letzten fünfhundert Jahre verpennt zu haben. Ich habe das Gefühl, dass man mir was schuldet.“</p>
<p>„Was trinkst du?“, fragt Tarzan jedoch nur und signalisiert Verena mit einem raschen, von Genesis unbemerkten Blick, sich fern zu halten. „Hat man dich befördert oder was? Als ich ging, warst du ja noch ein halbes Kind.“ „Richtig. Ich denke, ich hab mich ganz gut entwickelt. Sicher interessiert es dich, was alles so passiert ist, denn dort, wo du warst, hast du in der Tat nicht viel mitbekommen. Was möchtest du denn wissen?“</p>
<p>„Auch noch überheblich. Was möchtest du denn wissen“, äfft Genesis Tarzan nach. „Jetzt übertreibe mal nicht Genesis, es war schließlich nicht die schlimmste aller Strafen, sich schlafen legen zu müssen.“ „Mir egal. Für Fehler, die andere machen, die Schelte zu kriegen, ist schlimm genug!“</p>
<p>Fortsetzung Teil 2 folgt</p>
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		<title>11. Kapitel &#8211; Magna Dea</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 08:33:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Anarchie]]></category>
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		<description><![CDATA[Weil Morpheus erkennt, dass er Magna nicht umstimmen kann, reitet er nicht länger auf dem Thema herum. „Also gut, ich werde mit ihm reden“, lenkt er ein. „Schön, das ist alles, was ich von dir wollte“, lächelt Magna jetzt. „Und, hattest du eine schöne Zeit?“ Gegen einen höflichen Austausch hat Morpheus nichts einzuwenden. „Ja, sehr. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=507&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color:#993300;"></p>
<div id="attachment_512" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.helmutbischoff.at/lands08.htm"><img class="size-medium wp-image-512" title="mountainland" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/03/mountainland.jpg?w=300&#038;h=247" alt="" width="300" height="247" /></a><p class="wp-caption-text">©Helmut Bischoff</p></div>
<p>Weil Morpheus erkennt, dass er Magna nicht umstimmen kann,</p>
<p></span></h2>
<p>reitet er nicht länger auf dem Thema herum. „Also gut, ich werde mit ihm reden“, lenkt er ein. „Schön, das ist alles, was ich von dir wollte“, lächelt Magna jetzt. „Und, hattest du eine schöne Zeit?“ Gegen einen höflichen Austausch hat Morpheus nichts einzuwenden. „Ja, sehr. Ich fand ein paar interessante Kandidaten für mein Rekrutierungsprogramm. Einer von denen ist extrem begabt, selbst für einen Menschen. Er heißt Richard. Baute eine Zeitmaschine, die ihn direkt zu uns brachte. Wenn Richard seine Erfindung publiziert, dürfte es spannend werden.</p>
<p>„Was soll dann groß sein?“, fragt Magna. „Ich weiß nicht, aber ich schätze, es gäbe es hier einen massigen Zulauf.“ „Wie kommst du auf die Idee, dass die Menschen das wollen würden?“ <span id="more-507"></span>„Weil sie rechnen können. Überleg mal, wenn Richards Konstruktion der Wirtschaft in die Hände fällt. Ich denke, man würde horrende Eintrittsgelder verlangen. Denk nur an die Preise für die Tickets der letzten Fußball-Weltmeisterschaft.“ „Könnte sein“, sagt Magna mit wenig Begeisterung in der Stimme. „Ich sehe lieber den Sternen beim Explodieren zu. Da draußen herrscht das echte Mysterium, lieber Morpheus. Hier ist einfach alles nur wie es immer war.“ „Aber fühlst du dich nicht manchmal irgendwie einsam, fehlt dir nicht die Verbindung zu Deinesgleichen?“, will Morpheus wissen.  „Meinesgleichen? Gute Frage. Wer oder was soll das sein?“ Magna schaut ihn mit einem unergründlichen Blick an. „Ich komme mir seltsam vor, wenn ich mit dir zusammen bin, Magna. Ich denke, meine Existenz ist mit dem Diesseits verbunden. Ich fühle mich wohl in meinem Mikrokosmos. Was dich umtreibt, weiß ich allerdings nicht, bitte nimm‘s mir nicht übel.“ „Da weißt du genauso viel, wie ich.“</p>
<p><strong>Mit dieser schlichten Antwort geht Magna zum Wasser</strong>, das in seichten Wellen an den Strand gespült wird und wunderschön grün leuchtet. „Ich für meinen Teil“, führt Morpheus das Gespräch fort, „bin einfach neugierig. Ich habe mich entschieden, das noch so kleinste Detail interessant zu finden. Menschen sind so widersprüchlich. Von Nahem betrachtet, scheinen sie so individuell und selbstbestimmt zu sein. Schaut man sie von oben an, gleichen sie Ameisenstaaten, die von einem kollektiven Bewusstsein gesteuert werden. Und wie Insekten breiten sie sich über die Welt aus und verändern sie wie sonst niemand vorher. Sie sind durch und durch feindlich. Andere Arten, und das sind immerhin neuneundneunzig Prozent, beschließen einfach, irgendwann auszusterben, wenn zu viele von ihnen zu wenig Nahrung finden. Zumindest passen sie sich wenigstens ein bisschen an. Nicht der Mensch. Viele von ihnen wissen das und umso mehr bemüht man sich, das Archaische zu unterdrücken. Ich staune über die Fähigkeit von ihnen, sich für echte Pazifisten zu halten. Schauspieler, die Kinderdörfer unterstützen, Musiker, die für einen guten Zweck auftreten und in ihrer Ernsthaftigkeit nicht merken, wie lächerlich sie sich in ihrer künstlichen Welt bewegen, aus der sie die feindliche nach Möglichkeit ausblenden wollen. Fast alle ahnen, dass ihr Tun nichts weiter ist, als ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Es ist ihnen unerträglich, sich mit einer Ameise zu vergleichen. Erst gestern, bei meiner Unterhaltung mit Clarissa ließ sie mich wissen, dass sie im Grunde genommen der festen Überzeugung sei, dass der Mensch nur um Haaresbreite entfernt von Chaos und Anarchie existiert. Sie sagte: „Vielleicht ist es der neun Millionste Arbeitslose, der das Fass zum Überlaufen bringt. Oder die Finanzkrise. Oder der Golfstrom, der plötzlich versiegt? Es kann alles so furchtbar schnell gehen. Eine Woche, höchstens, und es gibt nicht mal mehr einen Krümel Salz bei Edeka.“</p>
<p>Sie stellte mir die Frage, ob es nicht zu irgendeiner Zeit hoch entwickelte Kulturen gegeben hat, die den heutigen voraus waren. Und sie ist gleichzeitig fasziniert von der Frage, wie eine Rückwärtsentwicklung aussehen könnte, wenn auf den Straßen nur noch das Gesetz des Stärkeren herrschte. Glaube mir, ich habe in ihren Augen gesehen, dass sie es wirklich wissen möchte. Und sie sagte: „Versteh mich nicht falsch, ich brauche nicht nach Ruanda zu fahren und mir den dortigen Bürgerkrieg anzutun. Was heißt denn wirklich „zurück zur Natur“? Was würde aus den Menschen ohne Waffen und einer dementsprechenden Technologie werden. Wenn sie nur so weit kämen, wie ihre Füße sie tragen?“ Auf die Frage hin, ob sie nicht zumindest eine Vermutung habe, meinte sie: „Na ja, ich schätze, man würde mir eins mit der Keule überziehen und mich in die Höhle eines bärtigen ungewaschenen Neandertalers stecken. Und dann müsste ich von der Hand in den Mund leben. Wahrscheinlich würde mich die nächste Grippe mein Leben kosten.“</p>
<p><strong>„Sie könnte Recht haben.</strong> Gott weiß, wie sehr“, meint Magna, die sich notgedrungen an Morpheus Gedanken beteiligt. „Schließlich ärgert er sich permanent darüber, dass es ihm nicht gelungen ist, aus dem aggressiven Ameisenhaufen anständige Altruisten zu machen. Und selbst das bisschen freier Wille, von dem die Menschen glauben, sie würden ihn haben, hat dabei nicht geholfen. Also was soll’s? Warum überhaupt darüber nachdenken?“</p>
<p>„Magna, auch ich bin euer Geschöpf. Wie kann es sein, dass du und Gott so unterschiedlich seid?“ „Ts. Ich habe damit nichts zu tun. Bis auf Jesus hat euch Einheimische in der Tat mein Gatte ins Leben gerufen. Da kannten wir uns noch nicht so gut, du kannst es also als „Unfall“ verbuchen. Ich hätte gut und gerne noch mit euch anderen warten können. Nichts für ungut, Morpheus. Aber wo du schon mal hier bist und ich nicht weiß, wozu es gut sein soll, mit der Wahrheit hinterm Berg zu halten, will ich dir sagen, dass meine Sorge um Gott nicht ganz uneigennützig ist. Er und ich waren einfach irgendwann da. Ob aus einer kosmischen Blase entstanden, ob wir aus dem Staub des Urknalls zusammengefegt wurden oder einfach nur einer Laune von Mister X entspringen, kann ich nicht beantworten. Ebenso wenig aber interessiert es mich. Ich sehe keinen Sinn darin, nach dem Warum zu fragen, wenn ich doch weiß, dass es ein universelles Dasein gibt. Und ich leugne, dass ich auf der Suche nach der endgültigen Antwort bin. Mysterien können nicht erklärt werden. Versuche es und du wirst immer enttäuscht sein. Um es mal im menschlichen Jargon auszudrücken: Lebe in der Gegenwart. Nostalgie macht dich im Heute zum Trauerklops und übersteigerter Futurismus irre. Ich würde mal sagen, die einzig gescheiten Geschöpfe der Gattung Mensch sind kleine Kinder. Bis man ihnen alle Wildheit entzogen hat und sie zu Dichtern und Denkern werden, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, andere Kolonien zu fressen. Ich gebe es nicht gerne zu, aber was ich mit diesen kleinen Erbsenzählern gemeinsam habe, ist, dass ich leben möchte. Und weil ich das Warum nicht kenne, weiß ich auch nicht, was es für meine eigene Existenz hieße, wenn Gott sich ins Nirwana begibt.“</p>
<p><strong>„Du überraschst mich, Magna</strong>. Ich wusste nicht, dass du überhaupt so etwas wie Angst empfinden kannst.“ „Angst? Das ist ein sehr starkes Wort, ich würde sagen, es ist eher Abneigung, meine jetzige Existenz aufzugeben. Zumal ich den Zeitpunkt selbst bestimmen möchte. Siehst du, auch ich hänge am Leben“, lächelt Magna und plötzlich dreht sie sich zu Morpheus herum und umfasst seine Taille. Kurz will Morpheus zurückschrecken, dann aber entspannt er sich. Magna schließt die Augen und berührt mit beiden Händen seine Flügel. Morpheus hat ein Summen im Ohr und dann: nichts.</p>
<p>Als Magna ihn aus ihrer Umarmung entlässt, fordert sie ihn auf: „Schau mal nach, ich habe deinen Flügel geheilt.“ Er breitet seine Schwingen aus und zieht den linken zu sich heran. „Hey, das ist toll! Obwohl: jetzt werden alle wissen wollen, warum der Flügel wieder weiß ist. Dabei haben sich gerade alle daran gewöhnt und aufgehört, mich ständig auszufragen. Ich hoffe, das war ein gut gemeinter Gefallen. Bist du irgendwie in der Laune, Dinge wieder ins Lot zu bringen?“</p>
<p>„Nein. Ich kann dich nur gut leiden, du bist nicht so kleinkariert wie manch anderer unserer paradiesischen Genossen. Aber lass dich nicht täuschen. Du weißt, die Herrin kann‘s geben und die Herrin kann‘s nehmen. Merk dir das.“ „Schon klar. Ich hab nicht vergessen, dass du, ohne mit der Wimper zu zucken, Vladimir Putin auf die Menschheit losgelassen hast, den manche als größte Katastrophe des 21. Jahrhunderts bezeichnen. Angeblich Kopfschmerzen?“</p>
<p><strong>„Putin? Ach der. Das war ein Versehen.</strong> Ich muss mich gerade über etwas geärgert haben und flog zufällig über Moskau. Treibt der etwa noch immer sein Unwesen? Ach lass nur, ich will’s gar nicht wissen. Genug geplänkelt. Ich werde mich jetzt wieder auf den Weg machen. Ich weiß, du wirst mit Gott sprechen. Bitte mache deine Sache gut.“</p>
<p>Damit will sich Magna verabschieden, doch Morpheus hält sie sachte fest. „Warte mal, was meintest du eigentlich mit Mister X?“ „Na, du passt aber gut auf. Finde es selbst heraus. Hat was mit Gottes Selbstfindungstrip zu tun.“ Und dann ist Magna einfach nicht mehr da. Wieder mal. Morpheus steht noch eine Weile still am Strand, seufzt und fühlt sich gleichzeitig auch ein wenig geschmeichelt. Er hatte sie noch fragen wollen, wie es eigentlich am Anfang ihres Lebens gewesen war und ob sie sich erinnerte und all das. Zu spät. Das musste warten. Als er nach links schaut, sieht er einen Golden Retriever, der sich ihm schwanzwedelnd nähert.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Kapitel 11 &#8211; Magna Dea</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 09:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
				<category><![CDATA[11. Kapitel]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[Eiszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichgültigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Magna Dea]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Schimmel]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Magna Dea, auch die Göttin der Gleichgültigkeit genannt, steigt triefendnass und nackt aus einem Tümpel. Sie wuschelt sich durch ihr kurzes blondes Haar, rubbelt sich mit ihrem Gewand den Körper trocken und zieht es dann über. Dann dreht sie sich zu Morpheus um und sagt: „Was findest du immer nur an den Menschen!“ „Das, was [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=504&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color:#993300;"></p>
<div id="attachment_505" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.helmutbischoff.at/lands12.htm"><img class="size-medium wp-image-505" title="meeresland" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/03/meeresland.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">©Helmut Bischoff</p></div>
<p>Magna Dea, auch die Göttin der Gleichgültigkeit genannt,</p>
<p></span></h2>
<p>steigt triefendnass und nackt aus einem Tümpel. Sie wuschelt sich durch ihr kurzes blondes Haar, rubbelt sich mit ihrem Gewand den Körper trocken und zieht es dann über. Dann dreht sie sich zu Morpheus um und sagt: „Was findest du immer nur an den Menschen!“ „Das, was du nicht an ihnen findest“, gibt Morpheus zur Antwort. Kurz, nachdem er Christopher, Clarissa und Richard wieder sicher auf der Erde abgeliefert hat, zog es ihn ins Paradies zurück und schon auf dem Weg nach Wasabi, einem sumpfigen Waldgebiet nahe des Wassers, hatte er sich den Grund dafür gedacht. Magna Dea, die ihn zu sich gewünscht hatte. Beide, Gott und Magna Dea, haben als einzige die Fähigkeit, mit Wünschen Leute herbeizuzitieren. Manche der Einheimischen im Paradies schaffen es, sich diesem Wunsch etwas länger zu widersetzen, aber am Ende folgt jeder dem stillen Ruf. Morpheus hatte sich erst gar nicht lange damit aufgehalten, sondern war gleich aufgebrochen, nachdem er sich von seinen sterblichen Freunden verabschiedet hatte. <span id="more-504"></span><strong>Es ist drei Jahre her, seit er Magna Dea zuletzt &#8211; und dann auch nur kurz &#8211; begegnet ist </strong>und er ist neugierig, was sie von ihm möchte.</p>
<p>„Und, liebe Magna, was hast du so getrieben all die Jahre?“ „Nicht viel. Bin durch die Gegend gegondelt. Sag mal, du bist doch so dicke mit meinem Göttergatten, hat er dich eigentlich nie mal mit auf Reisen genommen, ich meine, so richtig weit weg?“ „Nein. Ich habe ihn auch nie gefragt. Warum?“ „Ach, nur so.“ Und ohne zunächst weiter darauf einzugehen, schlägt Magna vor: „Komm, lass uns spazieren gehen. Ich möchte zum Strand runter.“ „Da schimmelt’s gerade“, gibt Morpheus zu bedenken. „Ach so, das. Habe ich schon bemerkt. Kein Problem.“</p>
<p><strong>Sie gehen einen trocken gebliebenen Pfad entlang</strong> und sind einige Zeit später am Waldrand, wo sie auf vermehrten Schimmelbefall treffen. Bevor sie den Weg zum Strand einschlagen, hält Magna kurz inne, dreht sich in Richtung Landesinnere und hält dabei die Hände ausgestreckt. Der Boden, auf dem Morpheus steht und der noch kurz zuvor von grünlichen Kulturen bedeckt war, ist plötzlich wieder sichtbar. Auch die restliche betroffene Gegend bekommt eine Säuberung.</p>
<p>„Es hält nur für ein paar Stunden“, erklärt Magna. „Erstaunlich! Du überraschst mich immer wieder. Das hat bisher noch niemand geschafft, nicht mal das Wiesel. Aber nun schieß los, was ist der Grund dafür, dass du mich sehen willst?“ „Tja, das wird dir nicht unbedingt gefallen“, warnt ihn Magna. „Da Gott anscheinend noch nie mit jemandem darüber geredet hat, sage ich es dir: Wenn wir uns weit genug von unserem Sonnensystem entfernen, können wir sterben. Er und ich.“</p>
<p>Morpheus ist für einen längeren Moment sprachlos. Dann stößt er einen leisen Pfiff aus. „Das nenne ich mal eine Neuigkeit.“ „Ich weiß es schon lange, länger noch als er. Ich glaube, dass er plant, sich aus dem Staub zu machen, sobald er meint, dass sein schwachsinniges Konzept greift. Nicht, dass mir an dem ganzen Firlefanz hier was liegt, aber ich bin nicht lebensmüde und kein Gedanke daran, seinen Job zu machen! Dafür ist mir meine Freiheit viel zu lieb. Ich habe keine Idee, was passieren würde, wenn er sich davon macht, aber ich möchte es nicht drauf ankommen lassen. Mir kommt es so vor, dass er ein bisschen müde wird auf seine alten Tage. Ich meine, wen wundert es, bei dem ganzen Stress. Ich glaube, er redet sich die Vorkommnisse auf der Erde gerade ein bisschen schön. Wenn du mich fragst, wäre längst eine ordentliche Eiszeit fällig.“</p>
<p>„Und das aus deinem Mund?“ Morpheus Erstaunen über so viel Anteilnahme ist nicht zu übersehen. „Es ist nicht so, dass ich hier irgendwelche Vorschläge zu machen habe, aber weil ich nicht sicher bin, was im Falle des Falles passieren wird, brauche ich einen Mitwisser. Ich denke, du wirst dich schon irgendwie nützlich machen.“ „Und du, wieder j. w. d., oder was?“ „Nun sei nicht gleich eingeschnappt, Morpheus. Prinzipiell ist es mir egal, was hier wie läuft. Und jeder hat seine Rolle, warum sollte ich daran was ändern wollen?“ „Warum eigentlich nicht? Ich für meinen Teil habe nichts gegen Veränderung. Und dir würde es vielleicht auch mal gut stehen, hier nicht nur die Statistin zu spielen. Warum redest du eigentlich nicht selbst mit Gott?“ „Weil er mir auf den Keks geht, deshalb. Immer dieser Kleinkram mit Pflege der interstellaren Beziehungen, den Menschen auf den rechten Weg helfen, das Paradies in Schuss halten und so weiter und so weiter. Ich halte mich eben lieber vom häuslichen Herd fern.“</p>
<p>Fortsetzung Kapitel 11 Teil 2 folgt</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Kapitel 10 &#8211; Godalming, Südengland</title>
		<link>http://erikareglin.wordpress.com/2010/03/05/kapitel-10-godalming-sudengland/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 09:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
				<category><![CDATA[1]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Grafschaft Surrey, im beschaulichen Godalming, herrscht zur Mittagszeit kaum Betrieb auf den Straßen.  Auf einem einsamen Weg in Richtung Guildford geht eine Schülerin mit ihrem Hund „Sid“ Gassi. Kurz vor dem Ortsausgangsschild reißt Sid sich plötzlich los und rennt einem Eichhörnchen hinterher, das sich angesichts der Gefahr panisch auf den nächsten Baum rettet [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=496&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color:#993300;"></p>
<div id="attachment_502" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.exploringsurreyspast.org.uk"><img class="size-medium wp-image-502" title="godalming" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/03/godalming2.jpg?w=200&#038;h=300" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: exploring Surrey&#39;s past</p></div>
<p>In der Grafschaft Surrey,</p>
<p></span></h2>
<p>im beschaulichen Godalming, herrscht zur Mittagszeit kaum Betrieb auf den Straßen.  Auf einem einsamen Weg in Richtung Guildford geht eine Schülerin mit ihrem Hund „Sid“ Gassi. Kurz vor dem Ortsausgangsschild reißt Sid sich plötzlich los und rennt einem Eichhörnchen hinterher, das sich angesichts der Gefahr panisch auf den nächsten Baum rettet und flink in der Baumkrone verschwindet. Sid, der nach kurzer Überlegung zu dem Schluss kommt, seiner Beute nicht mehr habhaft zu werden, läuft zur Rückseite des Straßenschildes, hebt sein Bein und ist plötzlich verschwunden. Seine Besitzerin, der die Hundeleine aus der Hand gerutscht ist und die noch eben hinter ihm hergerufen hat, bleibt verblüfft stehen. Vor einer Sekunde war der Hund noch da und im selben Moment hat ihn die Landschaft verschluckt.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/erikareglin.wordpress.com/496/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/erikareglin.wordpress.com/496/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/erikareglin.wordpress.com/496/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/erikareglin.wordpress.com/496/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/erikareglin.wordpress.com/496/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/erikareglin.wordpress.com/496/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/erikareglin.wordpress.com/496/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/erikareglin.wordpress.com/496/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/erikareglin.wordpress.com/496/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/erikareglin.wordpress.com/496/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/erikareglin.wordpress.com/496/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/erikareglin.wordpress.com/496/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/erikareglin.wordpress.com/496/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/erikareglin.wordpress.com/496/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=496&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Kapitel 9 &#8211; Die Konferenz</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 09:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
				<category><![CDATA[9. Kapitel]]></category>
		<category><![CDATA[Antrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Dinosaurier]]></category>
		<category><![CDATA[Eiszeit]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Genmanipulation]]></category>
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		<category><![CDATA[Qualle]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>

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		<description><![CDATA[Während Arkol seine Ausführungen macht, überdenkt Gott diesen Punkt zum x-ten Mal. Wenn es ihm möglich gewesen wäre, sich auf für ihn relevante Fernreisen zu begeben, hätte er es längst getan. Was niemand weiß ist: Gott kann nicht wirklich weg. Wann immer er für niemanden zu sprechen ist, heißt es, er sei irgendwo im Universum [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=483&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></p>
<div id="attachment_491" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dinosaurier"><img class="size-full wp-image-491" title="dinos" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/03/dinos.jpg?w=510" alt=""   /></a></strong><p class="wp-caption-text">Quelle: Wikipedia</p></div>
<p></strong></p>
<h2><span style="color:#993300;">Während Arkol seine Ausführungen macht, </span></h2>
<p>überdenkt Gott diesen Punkt zum x-ten Mal. Wenn es ihm möglich gewesen wäre, sich auf für ihn relevante Fernreisen zu begeben, hätte er es längst getan. Was niemand weiß ist: Gott kann nicht wirklich weg. Wann immer er für niemanden zu sprechen ist, heißt es, er sei irgendwo im Universum oder sonstwohin unterwegs. In Wahrheit zieht er sich zurück, um an seiner Suche zu arbeiten und GsMX voranzubringen. Niemand, nicht mal das Wiesel, kennt seinen Aufenthaltsort. Dabei ist er in der Regel nie weiter weg als es vom Sin City Hauptbahnhof bis zur Hartwich-Lagune dauert. In einem zugigen Winkel des Paradieses hat er sich eine kleine Station auf dem höchsten und kältesten Punkt des Hyronimus-Gebirges eingerichtet, von dessen Existenz keiner weiß.</p>
<p>Wenn man so will, ist Gott also ein echtes Landei. Zwar mit absoluter Hoheit und allen Befugnissen, aber eben nur dort, auf der Spitze seines Misthaufens, und nirgendwo sonst. Nicht, dass es ihn nicht schon mal in abgelegene Gefilde gezogen hätte. Aber jedesmal, wenn er sich einige Parsec weit von der Erde entfernt &#8211; also weit über das hiesige Sonnensystem hinaus &#8211; hat er das Gefühl, sich irgendwie innerlich aufzulösen. <span id="more-483"></span>Dieses Gefühl ist derartig unheimlich, dass Gott bisher keinen Drang verspürte, das weiter auszukundschaften. Selbst die quälendsten Momente und die Versuchung, sich endlich aus der Verantwortung zu stehlen, konnten ihn nicht dazu bewegen, die Auslöschung seiner selbst in Kauf zu nehmen.</p>
<p>Nicht auszudenken, wenn es plötzlich hieße: „Gott ist tot!“ Wobei es in der ganzen Zeit durchaus Tage gegeben hat, in der es hieß: „Gott ist weg!“ Und man vergeblich nach ihm gesucht hatte. Gottes Rückzug hat nicht selten mit der Vermeidung von Dummheit zu tun. Dummheit geht oft mit Machthaben einher. Uneingeschränkte Macht, die Möglichkeit, immer und überall eingreifen zu können, ist etwas, mit dem die wenigsten intelligent umgehen können. Und dass der Teufel keine extra Gestalt ist, sondern ein Teil Gottes Persönlichkeit: nicht schwer zu erraten. Wann immer Gott entweder die Beherrschung verliert oder einfach keine Lust mehr hat, irgendwo etwas Krummes wieder gerade zu biegen, passieren Dinge auf der Erde, die diejenigen, die es angeht, in großes Wehklagen fallen lassen.</p>
<p>Unheilvolle Bombenanschläge, Tsunamis, die schöne Strände platt machen. In seinen Eingeweiden brodelt es zuweil derartig, dass sich selbst die tektonischen Platten des Andreasgrabens aneinander reiben. Schon oft hat Gott sich vorgenommen, sich stärker zu beherrschen und über lange Perioden gelingt es ihm immer wieder mal. Zur Vermeidung einer allzu großen Machtausübung hat sich Gott früh entschlossen, den Menschen ihren freien Willen zu lassen. Doch sieht jeder, was dabei herausgekommen ist.</p>
<p><strong>Verdammter Misthaufen! </strong>Wenn es nicht so schwierig wäre, die Menschen vom Antlitz der Erde hinwegzuwischen, er einfach Neue  schaffen können würde, die besser funktionierten, wer weiß? Es wird Gott aber zu eintönig, noch mehr Eiszeiten hervorzubringen und immer wieder von vorn in die Evolution einzusteigen. Das Warten auf die Vollendung Mensch wird selbst ihm zu lang. Kometeneinschläge, Vulkanausbrüche, alles schon mal da gewesen. Manches entzog sich seinem Einfluss oder besser gesagt, er dachte nicht daran, durch Menschen verursachte Katastrophen aufzuräumen.</p>
<p>Auch wenn die Ära der Gegenwart, gemessen an der ganzen unendlichen Zeit des Bestehens des Alls und damit der Erde, kaum von universeller Bedeutung ist, scheint es sich dieses Mal zu lohnen, mit drastischen Maßnahmen noch abzuwarten. Klar, die Dinosaurier waren spektakulär. Aber nur im Auge des menschlichen Betrachters. Was wären diese Tiere ohne die Zurschaustellung ihrer Gebeine, die Artefakte vergangener Epochen ohne die Museen, in denen sie präsentiert und bewundert werden? Sind die Menschen der Gegenwart nicht einfach das beste Publikum, das man sich überhaupt vorstellen kann? Wann ist es je aufregender gewesen?</p>
<p>Und eines muss Gott der Wissenschaft lassen: Sie kann ziemlich plausibel dafür herhalten, dass die Menschen sich, ohne dass es ihnen peinlich ist, in ihrer eigenen Eitelkeit suhlen und ihre gegenwärtigen Errungenschaften, ihre Geschichte und ihre Entdeckungen preisen. Selbst ihre Gräueltaten &#8211; mit ausreichend zeitlichem Abstand dazwischen- bekleckern sie noch mit Ruhm. Wie Trüffelschweine graben und schnüffeln sie in der Erde herum, um antike Städte auszubuddeln und die Knochen ihrer Vorfahren zu datieren. Ständig sagen sie sich gegenseitig: „Guck mal, da waren wir noch ganz unterentwickelt, aber trotzdem: was für eine Leistung des menschlichen Gehirns, auf die Idee zu kommen, ein paar Steine aneinander zu reiben, um Feuer zu machen!“</p>
<p>Immer auf der Suche nach dem eigenen Ich, schaffen sie es, seine Mitarbeiter zu beeindrucken und sich nach oben zu befördern. Als ob das Institut noch mehr Rekruten bräuchte. Trotz dieser ambivalenten Gefühle zwischen Gott und den Menschen erlaubt er es, Sterbliche, wenngleich in sehr geringer Zahl, am Paradies teilhaben zu lassen. Auch die Mitarbeiter im Institut erweisen sich häufig als nützlich.</p>
<p><strong>Lautes Klopfen auf dem Tisch</strong> &#8211; die Teilnehmer honorieren den soeben beendeten Vortrag &#8211; lässt Gott wieder in die Gegenwart zurückkehren.</p>
<p>Arkol ist zum Ende gekommen und sieht ihn an. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, sagt Gott: „Sehr schön, lieber Arkol, das wird unsere Handelsbeziehungen erleichtern. Wir müssen mit allen anderen Vertretern des Systems in Verbindung treten und darüber nachdenken, wie wir die neue Antriebstechnik einsetzen und welche Standorte für die Produktion am geeignetsten sind. Wie ich annehme, brauchen Sie hierfür einen Ort, der mit wenig Schwerkraft auskommt? Mal überlegen, was halten Sie davon, wenn wir bei den Merkurianern mal anklopfen, ich denke, die werden interessiert sein. Schulden mir noch immer einen Gefallen. Auch Warschol wird das brennend interessieren, nebenbei. Ich denke, wir können zum nächsten Punkt auf der Agenda kommen. Tarzan?“</p>
<p>„Gern. Also Ministerin äh… Hxjkö“, Tarzan verschluckt sich fast bei der Aussprache des Namens der Neptun-Vertreterin. „Vorweg, ich kann Ihnen wieder einige irdische Proben mitgeben. Die in dem grün umrandeten Behälter stammt von einer überaus interessanten Quallenart, ‚Turritopsos Nutricula‘ genannt, die sich selbst reproduziert. Man kann sich das in etwa so vorstellen, dass wenn einem Menschen der große Zeh abfaulen oder sein Körper eine gewisse Altersgrenze überschritten haben würde, er sich einfach selbst wieder repariert. Quasi aus alt neu macht. Ein lebendes Exemplar ist ebenfalls dabei. Da Sie uns beim letzten Mal von einer leicht ansteigenden Sterberate Ihres Volkes berichtet haben, habe ich mir gedacht, dieses gewiefte Wassertier könnte Sie vielleicht interessieren. In dem blau gekennzeichneten Behältnis finden Sie den so genannten ‚Silberfisch‘, er überlebt in der Tiefsee bei bis zu sechshundert Metern. Flottes Kerlchen übrigens, das bei Temperaturen von minus ein Grad noch quicklebendig ist. Was natürlich nichts gegen die Kälte Ihres Heimatplaneten ist, aber wer weiß, vielleicht bringt Sie unser <em>Argyropelecus affinis</em> irgendwie weiter. Und hier, in der kleinen Plastikschachtel, habe ich Ihnen ein wenig von unserer Schimmelkultur hineingetan, vielleicht möchten Sie damit experimentieren. Ich möchte Ihnen allerdings nicht vorenthalten, dass wir selbst noch nicht wissen, was es ist.“</p>
<p>Ministerin Hxjkö nickt und sagt in blechernem Ton: „Ich danke Ihnen. Wir werden die Proben für unsere Zwecke einsetzen und Ihnen berichten, wie es gelaufen ist. Leider kann ich keine positiven Ergebnisse unserer Forschungen zu den zuletzt mitgenommenen Genproben vorweisen. Die Vermischung Ihres humanen und unseres irdischen Erbmaterials haben bisher nur ein paar, sagen wir merkwürdige, Mutationen hervorgebracht, die nicht lebensfähig sind und wenn doch, dann sterben sie nach wenigen Stunden. Ich denke, dass es für die mutierten Körperzellen bei uns einfach immer noch zu frostig ist, aber wir bleiben am Ball. Die Erfolgsquote bei den Pflanzenversuchen kann sich hingegen sehen lassen, wenngleich wir natürlich unter künstlicher Atmosphäre arbeiten. Staatsoberhaupt Ludox dankt Ihnen noch einmal für die Bereitstellung der Pläne für die Atmosphärenglocken, die wir im großen Stil nachgebaut haben. Und viele Grüße auch vom chirurgischen Medizinerteam, wie Sie richtig bemerkt haben, probiere ich gerade Ihre Gestalt an mir selbst aus.“ Hätte Ministerin Hxjkö einen Mund zum Lächeln, würde sie es jetzt tun. Weil dem nicht so ist, bleibt ihr Ausdruck unter ihrer Glocke unbeweglich.</p>
<p>Nachdem die wichtigsten Tagesordnungspunkte geklärt sind, vereinbaren die Anwesenden, den Schriftkram über ihre Assistenten zu regeln und die Ergebnisse den jeweiligen Datenbanken zur Verfügung zu stellen. Bevor sich die Abgesandten jedoch von der Runde verabschieden, schaltet sich Eva ein: „Ich will ja nicht meckern, aber sollten wir nicht noch ein wenig warten, bevor wir die Antriebstechnik gleich in alle Richtungen hinausposaunen? Und brauchen wir nicht eine Prognose, was dieser erhebliche Zeitgewinn für unsere Galaxie bedeuten könnte? Wie ist es denn Ihren Raumfahrern ergangen, die Sie so erfolgreich angepasst haben? Leben die noch?“</p>
<p>Lysin, Arkols Assistent, der das Gespräch über seinen im Ohr integrierten Chip mitgeschnitten hat und die Aufnahme gerade deaktivieren will, antwortet: „Ja, alle frisch und munter. Hatten nach einer Testmission zum Uranus gehörig unter Verdauungsproblemen zu leiden, aber das war‘s auch schon. Den Schwund, den wir vorher hatten, konnten wir erfolgreich lösen.“</p>
<p>Noch etwas misstrauisch, aber das Thema nicht weiter verfolgend, wendet sich Eva der Ministerin zu. Sie hat vor, später mit Gott noch einmal darüber zu sprechen. „Liebe Hxjkö, ich wünsche Ihrem Volk alles Gute, wenn Sie wollen, lasse ich Ihnen Fotomaterial unserer erfolgreichsten Frauen aus der Top-Model Branche in die Datenbank einspeisen. Ich bin gespannt, wie Sie beim nächsten Mal aussehen werden.“ Damit ist der offizielle Teil der Konferenz beendet und man verabschiedet sich. Während die Abgesandten samt Atmosphärenfeld zu ihren Quartieren zurückkehren, um in Sin City ihren weiteren Geschäften nachzugehen, schließt Gott die Tür. „Nun gut. Lasst uns jetzt über das Weitere sprechen.“</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>
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	</item>
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		<title>9. Kapitel &#8211; Die Konferenz</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:05:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
				<category><![CDATA[9. Kapitel]]></category>
		<category><![CDATA[Androide]]></category>
		<category><![CDATA[Aron Ralston]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Blue John Canyon]]></category>
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		<description><![CDATA[Teil 1 Kapitel 9 „Gut. Lasst uns anfangen“, sagt Gott, als alle versammelt sind. Auf der Agenda stehen für heute die Präsentation über die neueste Antriebstechnik des Außenministers von Kallisto sowie die Ergebnisse aus Versuchen mit Gen-Material von der Erde auf dem Neptun. Außerdem werden nach dem offiziellen Teil noch Morpheus Vorschläge hinsichtlich der neuesten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=481&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_485" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnensystem"><img class="size-full wp-image-485" title="180px-Solar_system" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/03/180px-solar_system.jpg?w=510" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Wikipedia</p></div>
<p>Teil 1 Kapitel 9</p>
<h2><span style="color:#993300;">„Gut. Lasst uns anfangen“, </span></h2>
<p>sagt Gott, als alle versammelt sind. Auf der Agenda stehen für heute die Präsentation über die neueste Antriebstechnik des Außenministers von Kallisto sowie die Ergebnisse aus Versuchen mit Gen-Material von der Erde auf dem Neptun. Außerdem werden nach dem offiziellen Teil noch Morpheus Vorschläge hinsichtlich der neuesten Kandidaten aus seinem Rekrutierungsprogramm Thema sein. Diesen Punkt wird er nur mit seinem engsten Stab besprechen.</p>
<p>Gott ärgert sich ein wenig, dass Morpheus mal wieder nicht persönlich anwesend ist. Stattdessen hat er sich damit herausgeredet, seine neuesten Eroberungen in ihre Heimat zurückbegleiten zu müssen, wenngleich Gott einsieht, dass Richards unübliche Ankunft im Paradies eine gewisse Unterstützung eines kompetenten Mitarbeiters benötigt. Auch Warschol, der Vertreter der Zentrale für Außerirdische Beziehungen, musste kurzfristig absagen. Es gab Probleme mit einem Transformationsvorgang eines der Handelsschiffsmitglieder aus der Gegend von M49 des Virgohaufens unserer Milchstraße.<span id="more-481"></span></p>
<p><strong>„Minister Suf Arkol, ich freue mich, dass Sie heute hier sind. </strong>Und ein herzliches willkommen auch an Ihren Assistenten, Mako Lysin, richtig?“ begrüßt Gott die außerirdischen Abgesandten. „Ich bin gespannt auf Ihren Vortrag hinsichtlich Ihres neuen Antriebsmodells.“ „Auch wir sagen hallo, Eure Göttlichkeit“, antwortet Arkol und beide nicken höflich. „Aber, aber, meine Herren, bitte nicht so förmlich, darüber sind wir doch schon längst hinaus“, fordert Gott seine Gäste auf. „Immerhin haben wir seit zweihundert Jahren persönlich miteinander zu tun. Nun denn. Leider sind wir heute nicht vollzählig. Warschol ist heute nicht mit dabei, er lässt sich entschuldigen, da er in einer anderen Angelegenheit gebraucht wird.“ Die Geladenen nehmen das nickend zur Kenntnis. Arkol fügt bedauernd hinzu: „Das ist schade, wir haben uns das letzte Mal vor fünfzehn Jahren gesehen. Aber ich hoffe, im Zuge dessen, was ich Ihnen heute zu sagen habe, wird sich die Frequenz unserer Besuche erhöhen können.“</p>
<p><strong>Das Konferenzzimmer befindet sich in der obersten Etage der Zentrale für Außerirdische Beziehungen. </strong>Es handelt sich dabei um einen Raum, der eine für alle neutrale Zone darstellt, sowohl im Hinblick auf die physikalischen Begebenheiten – jeder, der es nötig hat, sitzt unter einer durchsichtigen Glocke, die der Atmosphäre seines Heimatplaneten entspricht &#8211;  als auch den psychologischen, da es in Gegenwart von Jesus, er ist bei fast allen Sitzungen dabei, selten Streit gibt. Was mit seiner Fähigkeit zusammenhängt, die Stimmung in seiner Umgebung aufzuhellen und jedem Lebewesen das Gefühl von außerordentlicher Wichtigkeit zu geben.</p>
<p>Wie jeder weiß, ist das eine Gabe, von der man nicht unbedingt behaupten kann, dass Gott sie ebenfalls hat. Und darum legen die Außerirdischen trotz seiner jovialen Art eine eher gemäßigte Herzlichkeit an den Tag. Mit von der Partie sind außerdem Tarzan, Eva und Apocalypse. Letztere jedoch nur deshalb, weil ihr ein Auftrag bevorsteht.</p>
<p>Tarzan hat einen Metallbehälter mitgebracht, der bei minus zwanzig Grad Celsius gekühlt wird und einige kleinere Plastikschachteln. Darin einige Proben, die er den Abgesandten nachher überreichen will. Eva als Pendant zu Jesus ist für die unbequemen Fragen zuständig. Mitnichten eine der weniger dankbaren Aufgaben, da man sich vorstellen kann, dass weder Mensch noch Außerirdischer besondere Freude im Umgang mit ihr hat.</p>
<p>Die andere Lebensform, die über die Ergebnisse mit Gen-Manipulationen berichten soll, ist ein Wesen, das gut und gerne zwei bis drei chirurgische kosmetische Behandlungen vertragen haben würde.</p>
<p>Im diesseitigen Universum gibt es in ziemlich lang anhaltenden Intervallen Modeerscheinungen, die die äußerliche Gestalt betreffen. Aufgrund des nachhaltigen Interesses an der Erde versuchen viele Außerirdische, das menschliche Antlitz zu kopieren oder ihm zumindest irgendwie nahe zu kommen. Die Perioden eines bestimmten Stils halten sich deshalb so lange, weil es einige Zeit dauert, bis der aktuelle Lifestyle sich in alle Winkel des Systems verbreitet hat und auch, weil Mode nicht das vordringlichste Thema ist.</p>
<p>Vorrang hat die Formung von beispielsweise kybernetischen Organismen, um das Leben und Überleben im feindlichen Raum zu ermöglichen. Dass die kosmetische Chirurgie durchaus interessante Aspekte beinhaltet und Erkenntnisse auch in wissenschaftlich relevantere Bereiche abfallen, nimmt man dankend an. Weil die Erde aber erst seit lächerlich kurzer Zeit hip ist, ist man mit erfolgreichen Kopien menschlicher Körper noch im Anfangsstadium. Umgekehrt profitiert man auf dem blauen Planeten vom aus dem All mitgebrachten Wissen.</p>
<p><strong>Gott wendet sich an das Wesen, das als Vertreter des Neptun angereist ist.</strong> Es ist anzunehmen, dass hier eine weibliche Form entstehen soll. Sie hat einen Rumpf, der zwei Wölbungen aufweist, jedoch ist der Kopf &#8211; bis auf einen schwarzen Bobhaarschnitt &#8211; eine glatte stählerne Angelegenheit, die noch einem Totenschädel ähnelt. Darin sitzen blaue Dioden, die durch menschliche Augen blicken. Die oberen Extremitäten enden in einzelnen komplexen, metallenen Fingergliedern. Die Anwesende blinzelt nicht. „Ich bedanke mich auch für Ihr Erscheinen, werte Hjxjö. Wie ich sehe, machen Sie gerade eine Umformung durch. Ich hoffe, der Besuch bei uns bereitet Ihnen keine Schwierigkeiten. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen sagen, dass die Neurobionik Dank Ihres bei uns eingeführten Wissens interessante Fortschritte macht. Da sie eine Unterrichtung über diesbezügliche Aktivitäten wünschen, möchte ich Ihnen ein kleines Beispiel geben.“</p>
<p>Gott räuspert sich. „Wer war noch gleich dieser Bergsteiger, der sich den Arm abschnitt?“ „Aron Ralston“, souffliert Eva. „Gut, Danke, Eva. Also dieser Ralston hatte ein Missgeschick bei einer Wanderung im Blue John Canyon in Utah, bei dem er sich den Arm abschnitt und es überlebte. Gleich nach dem Unfall suchte Morpheus ihn auf. Er fand, dass sich jemand mit einem derartigen Lebenswillen gut für unser Rekrutierungsprogramm eignen würde. Sie müssen wissen, der Mann hatte fünf Tage lang versucht, sich zunächst erfolglos aus einer Felsspalte zu befreien.</p>
<p>Weder konnte er den Felsbrocken beschädigen, der ihn gefangen hielt, noch half ihm ein selbstgebauter Flaschenzug, sich herauszuziehen. Blieb allein die Amputation seines Arms. Er brach ihn sich mit Vorsatz, die Weichteile anschließend mit einem dafür eigentlich ungeeigneten Taschenmesser zu durchtrennen. Auf‘s Bergsteigen zu verzichten, kam für Ralston zu keinem Zeitpunkt in Frage, schon gar nicht, nachdem er Morpheus kennen lernte – aber das nur am Rande. Was ich sagen will: Ihre Empfehlungen waren hier von Nutzen. Tarzan, bitte erläutere doch die Details“, bittet Gott diesen um Hilfe.</p>
<p>„Es stimmt“, bestätigt Tarzan, „die auf ihn zugeschnittene, mit einem Eispickel versehene konstruierte Armprothese, arbeitet soweit ohne nennenswerte Probleme. Sie ist kybernetischer Natur und verbindet die Prothese mit den Gefäßen seines menschlichen Arms. Wie Ihre Wissenschaftler vorausgesagt haben, können Patienten mit derlei Prothesen diese nicht nur substitutiv einsetzen, sondern sie auch „fühlen“. Die Nervensignale, die vom Gehirn zur intakt gebliebenen Muskulatur der Amputationsstelle geleitet werden, können tatsächlich registriert werden. Die Mikrosensorik scheint gut zu funktionieren, denn das Gehirn Ralstons koordiniert seine Armbewegungen und steuert den synthetisierten Arm. Eine schöne Sache, dass Sie vorschlugen, den künstlichen Gliedmaßen programmierte Mikrochips zu installieren. Wir streuten das entsprechend in irdischen Forschungskreisen. Die Menschen haben dann selbst einen großen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen.“</p>
<p>Hjxjö nickt zufrieden. Und dann fragt sie: „Können wir den abgetrennten Arm haben?“<br />
„Können sie?“, wendet sich Gott an Eva. Diese schüttelt den Kopf. „Leider nicht. Ralstons alte Hand kam ins Krematorium; die Asche verstreute er bei einem zweiten Anstieg über den Colorado Canyon.“ „Wie schade“, bemerkt die Ministerin starren Blicks.</p>
<p><strong>Nicht ganz so leicht tut man sich auf der Erde. </strong>Es gibt neben den bekannten Science Fiction Grusel-Szenarien über Cyborgs und Androiden – die man fälschlicherweise häufig in einen Topf wirft &#8211; die hiesige Befürchtung, dass der Fokus auf das Thema Ästhetik in der menschlichen Erscheinungsform der nächste Terror sein könnte.</p>
<p>Ästhetik-Terror scheint von manchen deshalb als solcher empfunden zu werden, weil erstmalig in der Geschichte die Chirurgie auch Brustvergrößerungen im Sonderangebot macht und sich der gemeine Proletarier Schönheitsideale wie die alternde Pamela Anderson oder andere Gesichts- und Geschlechtsoperierte herausgepickt hat. Würde man hierzu Elvira fragen, ist Barbie an allem Schuld – oder Paris Hilton, um ein aktuelles Beispiel zu nennen.</p>
<p>Die Natur als gegeben hinzunehmen, war noch nie eine menschliche Stärke und liegt in ihrer selbigen. Nicht nur, dass der Mensch alles um sich herum verändern möchte. Jetzt, wo es Medizin und Technik ermöglichen, macht man eben auch vor dem eigenen Körper nicht Halt. Atheisten vermuten hinter dieser Abwehr einen tief sitzenden religiösen Dogmatismus, der auch ein elftes Gebot sein könnte: Du sollst nicht verändern deine menschliche Natur. Zurückzuführen auf den Ausspruch „wie Gott dich geschaffen hat“. Womit man bei der Frage landet, warum der Mensch überhaupt dazu in die Lage versetzt wurde, an sich herumzuschnippeln. Gott jedenfalls lassen solche Kritiken unbeeindruckt. Außerhalb der Erde hat man mit diesem Thema längst abgeschlossen.</p>
<p><strong>Suf Arkol beginnt mit seiner Präsentation:</strong> „Verehrte Anwesende, wir haben nach jahrhundertlanger Entwicklung, vielen Fehlversuchen und einigen unausweichlichen Todesfällen nun endlich unsere Antriebsgeschwindigkeit um weit über die Hälfte erhöhen können. Malen Sie sich nur aus, was das für unser Sonnensystem bedeutet! Statt zweiundsiebzig Monate dauert nun die Reise vom Neptun, werte Hxjkö, &#8211; Arkol blickt dabei in Richtung der Angesprochenen – bis zur Erde kaum mehr drei Wochen. Ich werde Ihnen die Funktion dieses Antriebs nur grob erklären, ohne in ermüdende Details zu gehen.</p>
<p>„Herr, hilf, nur noch drei Wochen? Das ist enorm!“, lässt Eva verlauten und die anderen schauen beeindruckt. Auch Gott äußert sich: „Sie haben hier einen sehr bedeutenden Durchbruch erreicht, lieber Arkol. Erzählen Sie weiter.“ „Stimmt. Also, im Großen und Ganzen besteht der Fortschritt darin, dass wir nicht nur unsere Technik verbessert haben und die Geschwindigkeit maßgeblich erhöhten. Sondern auch, die nötigen körperlichen Merkmale der Insassen den doch überaus großen Beschleunigungen anzupassen. Transformation, wie Sie sie hier auf Sin City betreiben, war für uns immer ein schwieriges Thema und ich muss sagen, dass uns die Leichtigkeit, mit der diese hier stattfindet, immer etwas verwundert hat. Wieso haben Sie das eigentlich nie für Ihre Raumaktivitäten genutzt?“, will Arkol wissen. „Ach wissen Sie, lieber Arkol, ich habe so meine Gründe, wäre Ihnen aber sehr verbunden, wenn Sie fortfahren“, antwortet Gott, dem diese Frage nicht zum ersten Mal begegnet.</p>
<p>Fortsetzung Teil 2 Kapitel 9 folgt</p>
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		<title>8. Kapitel &#8211; Der Tag danach</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 08:54:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fortsetzung 8. Kapitel Nacheinander steigen sie aus und Jesus, Eva und Apocalypse verabschieden sich, um an der Konferenz teilzunehmen, die in der Zentrale für Außerirdische Beziehungen stattfindet. Dann verschwinden sie in der Menge. Richard sieht sich interessiert um. An ihm vorbei eilen Menschen und Außerirdische gleichermaßen. Er sieht nach oben, wo sich auf unzähligen Stockwerken [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=473&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_474" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.helmutbischoff.at/dancers09.htm"><img class="size-medium wp-image-474" title="diva" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/03/diva.jpg?w=200&#038;h=300" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">©Helmut Bischoff</p></div>
<p>Fortsetzung 8. Kapitel</p>
<h2><span style="color:#993300;">Nacheinander steigen sie aus </span></h2>
<p>und Jesus, Eva und Apocalypse verabschieden sich, um an der Konferenz teilzunehmen, die in der Zentrale für Außerirdische Beziehungen stattfindet. Dann verschwinden sie in der Menge. Richard sieht sich interessiert um. An ihm vorbei eilen Menschen und Außerirdische gleichermaßen. Er sieht nach oben, wo sich auf unzähligen Stockwerken Geschäfte, Büros und öffentliche Restaurants befinden. Um hinauf zu gelangen, nutzen die Reisenden kleine Plattformen. Gerade betreten drei menschlich aussehende Teenager in knallbunten Catsuits eine solche. Ein durchsichtiges Feld schließt sich um sie herum und sie werden im rasanten Tempo nach oben befördert. Richard kann nicht entdecken, wo sie ankommen und muss blinzeln, weil ihm die Augen tränen. „Das ist lustig!“ sagt Clarissa, die Richards Blick gefolgt ist. „Es kitzelt so sehr, dass es einen um den Verstand bringt.“ <span id="more-473"></span></p>
<p>Sie beobachten eine Frau mit einem Baby auf dem Arm, das so große Augen hat, dass sie ihm aus dem Kopf zu fallen drohen. Viele der Reisenden bewegen ihre Münder, es sieht genauso aus wie bei denjenigen, die auf der Erde mit ihren Mobiltelefonen verwachsen zu sein scheinen. Zwischendrin bleiben einige stehen und tippen an den Wänden markierte kreisförmige, illuminierte Punkte an, woraufhin sich Hologramme öffnen. Die Bedienung erfolgt intuitiv.</p>
<p>Einer, der zuvor an seinem Jackenärmel fummelt, steht mit leerem Gesichtsausdruck davor, ohne sich weiter zu bewegen. „Was treibt der da?“, will Christopher wissen. „Er lässt sich gerade Daten übermitteln. Mittels eingebautem W-Lan für die Übertragung und einem Bio-Speicherchip, der sich unter der Haut in seinem Unterarm befindet, um es in eurer Sprache zu formulieren.“ „Abgefahren!“, ruft Christopher, „gruselig“, findet Clarissa und Richard sagt: „Logisch. Für Entführungsopfer allerdings nicht so geeignet. Da müsste man den Chip vielleicht irgendwo am Hals einsetzen. So ein Arm ist schnell abgehackt. Ich nehme mal an, dass man die eingebauten Chips auch für eine Ortung verwendet?“ „Gut kombiniert. Die meisten tragen den Chip allerdings im Unterarm. Entführungen sind hier eher selten“, meint Morpheus leichthin. Und Christopher überlegt weiter: „Clarissa, wäre das nicht was für dich? Dann könntest du dir deine Kunden-Präsentationen abspeichern und sie im Meeting einfach abrufen. Du bist doch immer so aufgeregt.“ „Wer sagt, dass ich weiter für diesen Werberhaufen arbeiten will?“, entgegnet Clarissa. „Ich habe so viel im Casino gewonnen, da kann ich mein eigenes Geschäft aufmachen. Apropos, wir müssen vorher noch eine Bank aufsuchen, Morpheus, ich muss unbedingt meinen Gewinn in Euro umtauschen!“ „Oh, natürlich. Richard, was dagegen, wenn wir das kurz vorher noch erledigen? Oder haben Sie es eilig?“ Richard, der nicht so recht weiß, was er von allem halten soll, aber die vielen neuen Eindrücke willkommen heißt, nickt bloß. Dann benutzen auch sie eine der Plattformen, um nach oben zu gelangen. Es ist genauso, wie Clarissa gesagt hat. Ein unsägliches Kribbeln macht sich im Unterleib breit und er hat das Gefühl, es keine Sekunde länger auszuhalten. Noch bevor er jedoch Zeit zum Umfallen hat, steht die Welt wieder still. Beim Verlassen des „Fahrstuhls“ haben alle für eine Minute schwere Beine.</p>
<p><strong>Im hellen Licht der Sonne treten sie aus dem Bahnhof heraus</strong> und Richard blickt auf ein Häusermeer, das sich rund um den Bahnhof erstreckt. „Wir können zu Fuß gehen, zur Bank ist es nicht weit“, sagt Morpheus und geht voraus. Neben den breiten Straßen befinden sich Gehwege, die aufgrund der großen Geschwindigkeit der Fahrzeuge von eineinhalb Meter hohen Betonmauern zur Straße hin gesäumt sind, um nicht vom Fahrtwind umgeschmissen zu werden.</p>
<p>Christopher, der aufgrund seiner geringen Körpergröße nicht hinübersehen kann, fliegt neben ihnen her und wird wie ein loses Blatt von rechts nach links geweht, während er aufgeregt kreischt. Um ein Haar wird er von einem großen bulligen Fahrzeug erwischt, das an ihnen vorbeidonnert. Der Luftraum beginnt etwa dreißig Meter über ihnen. Dort herrscht emsiger Flugverkehr. In der Ferne sieht man, wie die Gleiter gleich Vögeln an Steilwänden an den Häusern kleben und solche, die sich wieder in die Luft absetzen. Auch auf der anderen Gehwegseite stehen die Gebäude dicht an dicht. Viele haben offene Eingangshallen mit Empfangstresen, die an Hotellobbies oder bewachtes Wohnen erinnern.</p>
<p>Einem solchen Eingang strebt nun Morpheus entgegen. „Eine universelle Währung gibt es nicht, die jeweiligen Regierungen der Planeten innerhalb unseres Sonnensystems sind sich hierüber noch nicht einig geworden. Ob es je eine solche Währung geben wird, ist ungewiss. Das kommt auch daher, weil das System, anders als die Bankgeschäfte auf der Erde, stets einer Kontrolle unterliegt und die Handelsbeziehungen weniger auf Geld- als vielmehr auf Wissenstransfer und Tausch von Gütern beruhen.“</p>
<p>Das Innere der Bank hat darum auch nicht das typisch protzige und einschüchternde Ambiente, das man gemeinhin von Großbanken auf der Erde kennt. Sie gehen auf einen unscheinbaren Schalter zu, hinter dem eine Frau mittleren Alters sitzt und den leeren Gesichtsausdruck hat, der vermuten lässt, dass sie gerade Daten empfängt. Als sie fertig ist, klärt sich ihr Blick. Sie fragt in freundlichem Deutsch: „Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“ „Woher kennt sie meine Nationalität?“, flüstert Clarissa. „Du hast ein Hamburg Logo auf deinem T-Shirt und bist unschwer als Mensch zu erkennen“, hilft ihr Morpheus. „Und wie kommt es, dass sie unsere Sprache spricht?“ „Sprachchip.“ Clarissa tritt vor, öffnet ihre Handtasche und legt einen schwarzen runden Gegenstand auf den Tresen, der die Größe eines Fünfzigcentstücks hat. Die Dame tippt mit einem der an jeder Hand befindlichen sechs Finger darauf und es erscheint das flackernde Abbild des Spielcasinos, in dem sie vorgestern Abend einen Zwischenstopp eingelegt hatten. Eine Stimme ruft begeistert: <em>„Herzlichen Glückwunsch! Sie sind Gewinner von einhunderttausend Chin-Einheiten. Viel Spaß damit und besuchen Sie uns bald wieder!“</em> „Ich würde das gerne in Euro umtauschen, ich muss zur Erde zurück.“, sagt Clarissa zu der Frau mit den vielen Fingern. „Wie hätten Sie es denn gerne? In bar oder soll ich den Betrag direkt auf ihr irdisches Konto überweisen?“ fragt die Dame, ohne viel Gewese um die Rechtmäßigkeit des Gewinns zu machen. „Geht denn das, ich meine eine Überweisung?“, will Clarissa wissen. „Selbstverständlich. Ich brauche nur Ihre Bankverbindung.“ Clarissa zückt ihr Portemonnaie und liest die Daten von ihrer Bankkarte ab. „Und schon drauf!“ wird sie informiert, nachdem die Bankangestellte ein paar rasche Fingerübungen absolviert hat.</p>
<p>Beim Hinausgehen beobachten sie die anderen Bankangestellten, die einen sehr entspannten Eindruck machen. Manche hocken sich gegenüber und sind in Gespräche vertieft, andere bedienen gerade Kunden, die sich anscheinend nur selten hierher verirren. „Oh Mann, ich wünschte, das wäre bei uns so“, runzelt Christopher seine Stirn und erinnert sich daran, dass er, um einen Gehaltscheck einzulösen, des Schalters verwiesen wurde, um den Beleg gefälligst selbst auszufüllen und für dessen Gutschrift auf sein Konto die Bank erst einmal die Liquidität des Scheckausstellers prüfen musste, um ihn dann ganze zwei Wochen auf sein Geld warten zu lassen.</p>
<p><strong>Im Zuge der Technik und Rationalisierung</strong> kommen Bankangestellte in der unteren Hierarchieebene ohnehin nur noch selten vor. Manche Scherzbolde lassen ihre Mitarbeiter darüber hinaus die so genannte „Corporate Identity“ des Bankeninstituts in Form von leuchtend orangefarbener Kleidung repräsentieren. In manchen Filialen hat man Bürostühle abgeschafft, um die Kosten zu senken. Stehende Mitarbeiter haben statistisch gesehen, mehr Angst um ihren Arbeitsplatz. Bequem gesessen wird hingegen in den oberen Etagen. Giro-Konten nur noch für diejenigen eröffnet, die einen Arbeitgeber nachweisen und solchen verweigert, die tatsächlich die Stirn haben, nicht zu wissen, woher sie ihr nächstes Einkommen beziehen.</p>
<p>Um die staatlichen Behörden ist es noch schlimmer bestellt. Einmal, als Christopher ohne Job gewesen war, hatte die Agentur für Arbeit seinen korrekt ausgefüllten Antrag wieder an ihn zurückgeschickt, weil die Unterlagen nicht vollständig gewesen waren. Irgendeine Bescheinigung habe gefehlt. Da die Behörde für derlei Angelegenheiten nicht die Fähigkeit besitzt, eine Akte chronologisch anzulegen, bei der noch fehlende Unterlagen im Zuge ihres Eintreffens einfach hinzu gefügt werden, haben die Mitarbeiter Order, alles an den Absender zurückzuschicken. Auf Nachfrage, warum man dies tue, gab es die kurze Antwort, dass alles „seine Ordnung haben müsse“. Wen wundern da Missverständnisse.</p>
<p><strong>Überhaupt ist auf der Erde die Möglichkeit abhanden gekommen</strong>, seine Angelegenheiten telefonisch zu klären. Und das im wohl blühendsten Zeitalter der Telefonie, mit insgesamt weltweit rund vier Milliarden angemeldeten Telefonanschlüssen. In den Sprechzentren, international als „Call Center“ bezeichneten Einrichtungen, versucht man, Rat suchenden Kunden möglichst freundlich auszuweichen. Sinn und Zweck ist es, das Thema „Zuständigkeit“ weitestgehend zu eliminieren. Alle, die damit ihre einschlägigen Erfahrungen gemacht haben, wissen: Es gibt niemanden, der zuständig ist. Die Wahrscheinlichkeit, die „Servicenummer“ einzutippen und bei erneuter Kontaktaufnahme dieselbe Person am Ohr zu haben, liegt bei eins zu vierhundert Millionen. Zuständigkeit ist so überholt wie eine normale Tasse Kaffee. Man kann sich solche Anrufe entweder sparen oder muss mit der Ungewissheit leben, ob nach Beendigung eines solchen Telefonats irgendwelche Maßnahmen ergriffen werden, die das eigene Anliegen vorantreiben. Die Firmen handeln nach der Devise: Wo kein Angeklagter, da kein Kläger.</p>
<p>An all das und seine Rückkehr muss Christopher denken, als er sagt: „Clarissa, ich kann verstehen, warum du keinen Bock mehr auf deinen Job hast. Je mehr alle sich mit ‚Customer Service‘ brüsten, umso weniger steckt dahinter.“ „Ganz recht. Ich habe erst gemerkt, wie scheiße ich es finde, mir die Brötchen aus der Back-Factory zu holen, als der kleine Bäckerladen in meiner Straße irgendwann dicht gemacht hat. Jetzt lerne ich extra ein paar Brocken Türkisch, um das bisschen menschlichen Kontakt zum Einzelhandel nicht zu verlieren. Die Türken scheinen die letzte Bastion des klassischen Kleinkrämers zu sein. Ich würde es schrecklich finden, wenn die auch noch verschwänden. Vielleicht mache ich einen Tante-Emma-Laden mit dem Geld auf oder ein schnuckeliges kleines Hotel, was meinst du?“ „Bin dabei“, nickt Christopher, während sie sich wieder auf den Rückweg zum Bahnhof machen.</p>
<p>Derweil haben sich Morpheus und Richard still miteinander unterhalten. Ohne weitere Vorkommnisse besteigen sie die nächste Bahn zum Raumhafen. „Obwohl“, hält Christopher Morpheus vor, „es ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Einreise nach Sin City ist ja nun nicht gerade ein Paradebeispiel für bürokratische Einfachheit. Er stößt seinen Atem aus und fügt noch hinzu: „Klamauks, ich werde euch vermissen.“</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>
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	</item>
		<item>
		<title>8. Kapitel &#8211; Der Tag danach</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 09:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>erika42</dc:creator>
				<category><![CDATA[8. Kapitel]]></category>
		<category><![CDATA[Kopfschmerzen]]></category>
		<category><![CDATA[Schimmel]]></category>
		<category><![CDATA[Strand]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Klamauk, der sich auf Richards Schulter gesetzt hat, ist niemand anderes als Christopher. Von Sin City noch erlebnisschwanger und ziemlich angeschiggert nach der ganzen Party, als auch erschöpft von allzu heftigem Kopulieren hat er sich nach einem stillen Plätzchen umgesehen und schließlich den schlafenden Richard entdeckt. Christopher hatte sich zu ihm gelegt. Beide schlafen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=erikareglin.wordpress.com&amp;blog=6154908&amp;post=451&amp;subd=erikareglin&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color:#993300;"></p>
<div id="attachment_457" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.helmutbischoff.at/lands01.htm"><img class="size-medium wp-image-457" title="paradies_2" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/02/paradies_21.jpg?w=300&#038;h=200" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Helmut Bischoff</p></div>
<p>Der Klamauk, der sich auf Richards Schulter gesetzt hat,</p>
<p></span></h2>
<p>ist niemand anderes als Christopher. Von Sin City noch erlebnisschwanger und ziemlich angeschiggert nach der ganzen Party, als auch erschöpft von allzu heftigem Kopulieren hat er sich nach einem stillen Plätzchen umgesehen und schließlich den schlafenden Richard entdeckt. Christopher hatte sich zu ihm gelegt.</p>
<p>Beide schlafen schon seit Stunden. Schließlich, am späten Morgen, bewegt sich Richard und öffnet langsam seine Augen. Nach einem herzhaften Gähnen bemerkt er, dass er Gesellschaft hat. Er stupst Christopher leicht an, um ihn zu wecken. „Entschuldigung, weißt du, wo es hier Kaffee gibt?“, erkundigt er sich. „Hä?“, macht dieser, dreht sich auf die andere Seite und murmelt: „Nur noch fünf Minuten.“ „Na gut, dann nicht.“</p>
<p>Damit erhebt sich Richard und sieht sich um. Um ihn herum herrscht Stille, bis auf das Vogelgezwitscher all überall. Er sucht nach Anzeichen von Aktivität und macht sich auf den Weg in Richtung Feuerstelle. Nach etwa zwanzig Schritten hört er, wie er gerufen wird. „He, bleib mal stehen. Ich glaube, einen Kaffee könnte ich auch brauchen.“ Christopher ist wach geworden und eilt nun Richard hinterher. Dabei hüpft und fliegt er gleichzeitig. „Mensch, ich hab mich noch immer nicht an diesen Körper gewöhnt“, schimpft er. <span id="more-451"></span></p>
<p><strong>Als sie an der Feuerstelle ankommen</strong>, künden nur noch verkohltes Holz und verstreute Deko vom Fest. Von den anderen keine Spur, das Baumhaus ist verlassen. „Ich sag dir was, da hinten gibt’s einen Brunnen“, erinnert sich Christopher. Sie gehen ein kleines Stück am Waldrand entlang und entdecken schließlich den Brunnen. Daneben steht ein dicker Baum, auf den ein großes weißes „X“ gemalt ist. „Ach, ich weiß wieder“, sagt Christopher, geht auf den Baum zu und drückt einmal gegen die Rinde. Artig öffnet sich die Klappe zum Innern des Baumes. Er wühlt ein bisschen darin herum und holt dann einen hölzernen Kaffeefilter, eine Blechkanne und zwei zerbeulte Tassen heraus.</p>
<p>„Hol mal ein bisschen Wasser“, beauftragt er Richard, der den am Rand hängenden Eimer den Brunnen herunterlässt und ihn, als er sich gluckernd gefüllt hat, wieder hochzieht. Derweil hat Christopher auch ein Kaffeepäckchen und Filtertüten gefunden. Mit zwei Feuersteinen, die zuhauf hier herumliegen und die sehr effektive Funken schlagen, ohne dass man sich wie bekloppt anstrengen muss, entzündet Christopher ein Feuer. Er verwendet zunächst dünne Zweige und schichtet dann etwas dickeres Holz auf. Als es brennt, stellt er die Kanne hinein und gähnt noch einmal. „Mann, hab ich einen Kater!“ Er wünscht sich, er hätte nun die Kopfschmerztabletten dabei, nicht darauf hoffend, eine Packung Aspirin im Baum finden zu können. Nachdem der Kaffee durchgelaufen ist und sie dankbar die ersten heißen Schlucke getrunken haben, fragt Christopher: „Und, wer bist du und was machst du hier?“ „Ich heiße Richard, komme aus Berlin und habe eine Zeitmaschine erfunden, mit der ich hierher gereist bin. Ich weiß nicht so genau, wo ich hier bin, aber ich vermute, es sind die Vereinigten Arabischen Emirate etwa eineinhalb Jahrhunderte in der Zukunft.“</p>
<p>Christopher schaut Richard amüsiert an. „Also du hast wirklich gar keine Ahnung? Ich meine, dass wir hier im Paradies sind, meine ich?“ Richard ist ein wenig erstaunt über diese Wortwahl. „Nein, ich bin nicht gläubig, musst du wissen. Es tut mir Leid, dass du denkst, wir sind hier im Paradies. Wahrscheinlich bist du eine Lebensform, die durch Genmanipulation entstanden ist“, spekuliert Richard.</p>
<p>„Echt nicht. Glaub es oder lass es bleiben. Ich für meinen Teil weiß, wo ich bin und wie ich hierher gekommen bin. Also, da ist so ein Typ mit Namen Morpheus, der hat meine Freundin und mich hierher gebracht. Wir sind in einem Smart von der Erde aus gestartet, landeten dann auf Sin City im All, nicht weit weg von der Erde, näher noch als der Mond, schauten uns noch ein wenig die Stadt an und dann ging‘s auch schon weiter zur Party, also hierher, mitten ins Paradies. Ach so, ich bin eigentlich auch ein Mensch, genau wie du, nur musste ich vorher in so eine Scheiß Transformationskammer, um mich in das hier zu verwandeln.“ Er sieht an sich herunter. „Die Viecher gibt’s hier überall. Man nennt sie Klamauks.“</p>
<p>Richard, nicht unbedingt für seinen Humor bekannt, hat sich Christophers Kurzfassung seiner Erlebnisse angehört und findet ihn schließlich so komisch, dass er in Gelächter ausbricht. „Was denn? Ich weiß ja, die Geschichte ist echt bescheuert, aber ich schwöre es dir, sie stimmt!“, sagt Christopher mit Nachdruck. „Und überhaupt. Deine Version von wegen Zeitmaschine und so, ist auch nicht viel besser. Nicht, dass ich es für unmöglich halte, aber selbst der Spinner Mallett ist noch nicht so weit.“ Er tippt sich an die Stirn.</p>
<p>„Touché“, sagt Richard, „ich denke, dass du wirklich glaubst, was du da sagst. Andersherum kann ich dir bestätigen, dass ich ebenfalls die Wahrheit sage. Ich schätze, wir sollten herausfinden, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, den anderen zu überzeugen. Erste Frage: Wie kommen wir hier wieder weg?“ „Hey, Schlaumeier, ich denke, du bist der Zeitmaschinenexperte, da wirst du doch deine Rückreise irgendwie eingeplant haben?“ „Leider nicht.“ Richard schüttelt traurig den Kopf. „Ich habe vergessen, mir das Rückholgerät um den Bauch zu schnallen. Ich muss sagen, das bereitet mir einige Sorgen.“</p>
<p>„Ja, in der Tat, da ist nichts“, bestätigt Christopher, indem er so tut, als suche er den noch immer nackten Körper von Richard nach etwas ab. Dem fällt erst jetzt wieder ein, dass er ohne Kleidung herumläuft. „Du weißt nicht zufällig, wo es hier etwas anzuziehen gibt?“ „Nö, aber schau mal im Baum nach. Manchmal sind die Dinger ganz nützlich, manchmal aber auch nicht. Gestern Abend hab ich dringend nach Kondomen gesucht, aber die scheinen hier nicht geführt zu werden. Die anderen Klamauks haben sich tierisch darüber amüsiert, aber ich meine, wer weiß, was für Krankheiten die haben? Na ja, schließlich habe ich keine gefunden und irgendwann war’s mir auch egal. Bin wahnsinnig horny gewesen. Ich sage dir, die Klamaukfrauen, mein lieber Mann! Habe mich selten so amüsiert, wenn du verstehst.“ Christopher lässt ein dreckiges Lachen los und zeigt seine spitzen Zähne während er unmissverständlich mit seinen schmalen Hüften wackelt. Von seinem Hemdstreifen ist nicht mehr viel übrig.</p>
<p>Davon unbeeindruckt geht Richard wie geraten zum Baum und durchsucht den Inhalt. Tatsächlich findet er eine olivgrüne Hose, die einigermaßen passt und die er ein wenig hochkrempelt. Für den Oberkörper ist nichts dabei, nur noch eine braune Schirmmütze, die er sich ebenfalls nimmt und aufsetzt. „Schick!“ nickt Christopher anerkennend, „aber wieso läufst du eigentlich ohne Kleider herum? Auch eine wilde Nacht gehabt?“</p>
<p>Richard, dem das Thema fremd ist, sagt: „Ja und nein. Ich hatte einfach angenommen, dass es sich besser durch die Zeit reisen lässt, wenn man nichts am Körper trägt. Wissenschaftlich ist ja überhaupt noch nichts nachgewiesen. Ich vermute aber, es macht keinen Unterschied.“</p>
<p>Sie durchsuchen noch einmal den hohlen Baumstamm, der jedoch nichts mehr hergibt und machen sich dann auf den Weg. Sie beschließen, in den Wald vorzudringen, um nach weiteren gekennzeichneten Bäumen zu suchen. Nach ein paar hundert Metern hören sie ein Rascheln und ein Kaninchen hoppelt aufgeschreckt vor ihnen her. Ehe Richard weiß, was passiert, stürzt sich Christopher auf das entfliehende Tier, packt es mit seinen dürren Fingern und reißt ihm die Kehle auf. Dann hält er es verdutzt von sich und meint: „Krass. Gar nicht nachgedacht. Wusste nicht, dass ich schon wieder so hungrig bin.“ Gerade, als er erneut hineinbeißen will, riskiert er einen Blick in Richards Richtung, dessen Magen genau in diesem Augenblick sehr laut grummelt. „Auch hungrig?“ „Mmh, ja, allerdings hätte ich es lieber gebraten“, lässt er Christopher wissen. „Okay, ich mach das.“</p>
<p>Richard zieht es vor, sich umzudrehen, während Christopher das Kaninchen ausnimmt und es in schöne Einzelteile zerlegt. Sie schüren ein neues Feuer und braten die Fleischstücke auf aufgespießten Holzstücken. Anschließend klopft Christopher sich auf den vollen Bauch, der nun absteht und seine Beine noch dünner aussehen lässt. „Warum sind die Viecher eigentlich so mager, wenn sie schon so verfressen sind?“, fragt er sich. „Wahrscheinlich, weil du wahnsinnig viel Energie verbrauchst, so wie du herumzappelst“, bekommt er zur Antwort. Dann marschieren sie weiter.</p>
<p><strong>Komisch, wo war Morpheus abgeblieben? </strong>Und wie lange würde seine Umwandlung noch halten? Christopher hat jedes Zeitgefühl verloren, aber so rechte Sorge will sich nicht einstellen. Als sie ungefähr eine Stunde gelaufen sind und dabei an einem kleinen Teich vorbeikommen, der von oben herab durch einen beschaulichen Wasserfall gespeist wird, zahlreiche Waldtiere entdecken und Soldatenaras, die oben in den Zweigen sitzen und zu ihnen hinuntersehen, hören sie plötzlich jemanden pfeifen.</p>
<p>Als sie die nächste Biegung erreichen, kommt ihnen ein Fremder entgegen. Er hält mit seinem Liedchen inne, lächelt und begrüßt sie mit „Bonjour, Comment allez-vous?“ Bevor Christopher antworten kann, dass er kein französisch spricht, sagt Richard: „Bien. Savez-vous c’est Morpheus?“ Der Angesprochene antwortet ihm und deutet mit einem Finger in die Richtung, die sie eingeschlagen haben. Richard erwidert „Merci boucoupt!“ und geht weiter, während der Fremde ebenfalls seinen Weg trällernd fortsetzt.</p>
<p>„Was hast du zu ihm gesagt?“, will Christopher wissen, dem es nicht gefällt, nichts verstanden zu haben. „Ich habe nur gefragt, ob er weiß, wo wir deinen Freund Morpheus finden und er meinte, wir sind auf dem richtigen Weg und sollen einfach weiter geradeaus gehen“, klärt ihn Richard auf.</p>
<p><strong>Zehn Minuten später lichtet sich der Wald </strong>und sie sehen einige Hütten, die rund um einen riesigen Salbaum,  herumstehen. Dort auf dem Boden sitzen mehrere Personen auf bunten Decken und als Christopher Clarissa erkennt, stößt er ein Krächzen aus und fliegt hinüber oder versucht es zumindest. „Süße, da seid ihr ja!“ schreit er und stürzt sich auf die so Überraschte. Als Clarissa ihn endlich abwehren kann, steht auch schon Richard vor ihnen. Die kleine Gruppe der Anwesenden setzt sich zusammen aus Eva, Jesus und Apocalypse, genau wie Morpheus, der eine längliche Holzpfeife schmauchend zwischen seinen Lippen hält.</p>
<p>„Schön, dass du zu uns gefunden hast.“, begrüßt er Christopher und mit einem Blick zu Richard: „Und, schon einen Freund gefunden?“ „Mensch, Morph, alter Junge, das war mal ne Sause! Ich hab immer noch nen dicken Kopf! Darf ich vorstellen, das ist Richard. Richard, das sind Clarissa und Morpheus. Richard ist auf eigene Faust hergelangt“ Und zu diesem gewandt: „Siehst du, hier sind meine Freunde, hab ich dir doch gesagt.“ „Vielleicht können Sie mich zur nächsten Stadt mitnehmen, ich benötige nämlich einige Teile, um mich zurück in meine Zeit zu bringen“, kommt Richard unumwunden zur Sache. „Gern, aber ich glaube, das wird nicht nötig sein“, antwortet Morpheus höflich. „Zunächst möchte ich Sie noch mit den anderen bekannt machen“, und er deutet auf Eva, Jesus und Apocalypse, die er namentlich vorstellt.</p>
<p>Derweil schaut Eva Richard sehr interessiert an. „Richard, habe ich richtig gehört?“ Sind Sie nicht vor einiger Zeit einem älteren Herrn unten am Strand begegnet?“ „Ja, das stimmt. Wir haben uns vielleicht fünf Minuten unterhalten und als ich ihn gefragt habe, welches Jahr wir haben, hat er mich gefragt, was ich denn so schätzen würde. Ich habe auf 2110 getippt, es hätten aber genauso gut zwanzig Jahre mehr oder weniger sein können“, erklärt sich Richard und ergänzt: „Jedenfalls war der Mann sehr freundlich und hat genickt. Das habe ich als Bestätigung empfunden. Er hat dann jemanden getroffen und ich bin dann wieder zurück.“</p>
<p>„Adam, warte bloß, wenn du dich wieder blicken lässt!“ denkt Eva laut. „Von wegen Buckel und Hinkebein!“ Auf so eine emotionale Reaktion ist Richard nicht gefasst und sein Blick drückt die Sorge aus, etwas Falsches gesagt zu haben. Diese Leute erscheinen ihm etwas seltsam, besonders Morpheus, dessen Flügel täuschend echt aussehen, obwohl der eine ganz schwarz ist.</p>
<p>Nun schaltet sich Clarissa ein: „Wann machen wir uns auf den Heimweg? Ich glaube es täte Christopher ganz gut, wenn er wieder ein Mensch wäre.“ Weil ihre Frage nicht ganz unberechtigt ist, da Christopher sich ziemlich unmanierlich am Fisch gütlich tut, den man anscheinend gerade frisch gefangen hat, antwortet Morpheus: „Wir brechen bald auf. Jesus, gibt es eigentlich noch etwas, das ich bei meinem nächsten Aufenthalt auf der Erde beachten sollte? Irgendwelche Order vom Boss?“ „Nein, nichts, bloß die leidige Sache mit Herberlein, wegen der die Zentrale Gott in den Ohren liegt. Ich glaube, ich werde mich selbst opfern“, lächelt Jesus und alle anderen lachen ebenfalls. „Schade“, mault Christopher. „Jetzt, wo es mir gerade so gut gefällt.“</p>
<p>Nachdem auch die anderen eine Stärkung zu sich genommen haben, streben alle einen Pfad entlang, der unweit in einer Sackgasse endet. Vor einer großen, grünen und dicht bewachsenen Hecke bleiben sie stehen. Jesus fasst mit einer Hand in die Hecke und nachdem er sie wieder herauszieht, öffnet sich eine Tür vor ihnen, die hinter dem Grün gänzlich unsichtbar war. Nacheinander betreten sie einen lang gestreckten kahlen Raum. Wie sich herausstellt, handelt es sich um eine Untergrundbahn.</p>
<p><strong>„Wieso fliegen wir eigentlich nie?“</strong>, erkundigt sich Christopher und Morpheus antwortet: „Zu viel los in der Luft. Wenn ihr da unten so weitermacht, werdet ihr es uns gleich tun. Man muss schon ein ziemlich guter Pilot sein, um in Sin City klar zu kommen.“ Auf der elektronischen Anzeigetafel sind Zeichen zu erkennen, die Richard, Christopher und Clarissa nicht einordnen können.</p>
<p>Einen Moment später hält neben ihnen ein langgestreckter Zug, der sich nahezu geräuschlos genähert hat. Es sind mehrere Wagons zu sehen, in denen jedoch kaum jemand sitzt. Die Türen öffnen sich sanft und hinaus steigt nur eine einzelne Person. „Ich grüße dich“, sagt Jesus. „Ich dich auch. Und euch ebenfalls“, antwortet der Gegrüßte. Es ist das Wiesel. „War nur schnell beim Alten und hab meinen Bericht abgegeben. Er erwartet euch schon. Muss wieder zurück, ihr wisst, der Schimmel.“ Mit diesen Worten eilt er davon und durch den Ausgang in Richtung Paradies, während es an seinem mit diversem Handwerkszeug ausgestattetem Gürtel klirrt.</p>
<p>Alle anderen steigen ein und machen es sich auf den gepolsterten Sitzen bequem. Die Innenausstattung der Züge bietet angenehme Frischluft, eine ausgewogene Temperatur und sehr komfortable Sitzecken. In Grüppchen angeordnet, haben jeweils sechs cremefarbene Ledersessel Platz, in der Mitte je ein runder, weiß lackierter Tisch, dessen schlanker Fuß sich zu einer kreisrunden Platte ausweitet, die am Boden installiert ist. Ohne Geruckel geht es los. An den Seitenwänden finden sich die praktischen Druckvorrichtungen, darin eine Minibar. Christopher, der sich auskennt, hat sich bereits ein paar Erdnüsse und eine Flasche Hochprozentiges geschnappt.</p>
<p>„Muss im Training bleiben“, sagt er, als er Clarissas missbilligenden Blick auffängt. Nach einem großen Schluck tippt er eine Markierung an der Fensterfront an und zappt durch einige Kanäle. Hologramme rauschen an seinen Augen nur so vorbei, er bewegt permanent seine Hand, als winke er Leute durch.</p>
<p><strong>Apocalypse äußert sich besorgt über die neuesten Probleme im Paradies</strong>: „Schlimm, dieser Schimmel. Und es wird mehr. Als ich neulich unten am Wannabe-Strand war, hatte es schon fast die ganze Waldgrenze eingenommen. Hoffentlich weiß das Wiesel, was zu tun ist.“ „Er sah nicht gerade so aus, als hätte er eine Patentlösung in der Tasche“, bemerkt Morpheus, scheint aber nicht sonderlich beunruhigt.</p>
<p>Richard, der bisher nicht viel gesagt hat, fragt plötzlich: „Sagen Sie, glauben Sie eigentlich alle an Gott?“ Nach einer Sekunde Stille platzen alle mit Gelächter heraus, am lautesten Christopher. „Nun“, antwortet Jesus, „ich zum Beispiel brauche eigentlich nicht zu glauben, denn ich weiß, dass es Gott gibt. Er ist schließlich mein Vater. Es tut mir Leid, dass wir Ihnen vielleicht ein wenig albern vorkommen und ich möchte Sie auf jeden Fall wissen lassen, dass ich respektiere, woran auch immer Sie glauben.“ „Mathematik“, sagt Richard schlicht und hakt nach: „Wenn Sie Gottes Sohn sind, wer ist dann Ihre Mutter?“ „Das ist schon mal eine ziemlich gescheite Frage“, lächelt Jesus. „Meine Mutter ist natürlich ebenfalls eine Göttin. Vergessen Sie den Blödsinn mit der Jungfrau Maria, das ist einfach nur eine miserable PR-Strategie der Kirche gewesen. Vor zweitausend Jahren meinten einige wenige Menschen, dass der Rest von ihnen durch diese Art von Hokuspokus beeindruckt werden müsse.“ Und Eva fügt hinzu: „Unbefleckte Empfängnis, dass ich nicht lache! Welches kranke Hirn konnte nur auf so eine Idee kommen? Ich kann ja verstehen, wenn man Einzellern unterstellt, auf diese Art und Weise Fortpflanzung zu betreiben, aber Menschen? Meiner Meinung nach ging es hier nur darum, den Frauen den Spaß am Sex gründlich zu verderben. Verdammte Puritaner!“ Aber Apocalypse entgegnet: „Eva, nun reg dich doch nicht ständig darüber auf, ist ja lange vorbei. Keiner von uns hat diese Ansichten zu korrigieren versucht, zumal damals viele davon ausgegangen sind, dass diese Geisteshaltung vielleicht zu einer ganz natürlichen Art der Geburtenkontrolle hätte führen können. War ja damals schon abzusehen, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis die Erde total überbevölkert ist. Ich muss allerdings gestehen: das hat nicht geklappt. Aber um Richards Frage zu beantworten: Jesus Mutter ist Magna Dea, die große Göttin der Gleichgültigkeit, könnte man auch sagen.“ „Schön für sie“, giftet Eva. „Ja“, bestätigt Jesus. „Mutter hat mit allem nicht viel am Hut. Meistens weiß keiner, wo sie gerade ist. Ich habe sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Bitte fragen Sie mich jetzt bloß nicht, ob ich auf normalem Weg gezeugt worden bin. Man stellt sich seine Eltern nicht gern im Bett vor“, wendet sich Jesus an Richard.</p>
<p>Bevor sie ihr Gespräch fortführen können, verlangsamt sich jedoch das Tempo und sie fahren in eine große Halle ein, die um die vierzig Meter hoch sein muss. Reges Gedränge herrscht hier. „Sin City!“, sagt Morpheus.</p>
<p>Fortsetzung Kapitel 8 folgt</p>
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		<title>7. Kapitel &#8211; Fujairah – Vereinigte Arabische Emirate</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 09:29:38 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="color:#993300;"><a href="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/02/jumairah1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-443" title="Jumairah" src="http://erikareglin.files.wordpress.com/2010/02/jumairah1.jpg?w=245&#038;h=217" alt="" width="245" height="217" /></a>Das Architekten-Ehepaar Zumwinkel </span></h2>
<p>bezieht sein Arbeitsquartier am Rande von Fujairah, einer Stadt<strong> </strong>an der Ostküste des Golfs von Oman. Erwin Zumwinkel ist zudem Ingenieur und Technischer Berater für Kraftwerkprojekte, seine Frau Anna Statikerin und Geo Warehouse Expertin. Der Grund für ihren Aufenthalt ist in ihrer Teilnahme an der groß angelegten Aktion der sieben Weltwunder zu finden, die von Gernot Herberlein, einem Schweizer Filmemacher im Rahmen seiner Stiftung „NewOpenWorld Foundation“ ins Leben gerufen wurde.</p>
<p>Mit der Wahl der so genannten „New seven Wonders of the World“ proklamierte Herberlein sein Ziel, Menschen aus aller Welt durch ihr gemeinsames kulturelles Erbe zu verbinden. Das klang gut und erwies sich als äußerst medientauglich. <span id="more-441"></span>Die Wahl erfolgte in einer Kombination aus Online-Wahl und Juryentscheidung in drei Phasen. Als renommierte Architekten aus Deutschland waren die Zumwinkels Teil der Jury und während sie sich im Gegensatz zu Herberlein profilieren konnten, war mit dem derweil nicht viel los. Sein Plan, die nominierten Weltwunder, darunter die Chinesische Mauer und das Tajh Mahal, in 3D vermessen zu lassen, steckt in Phase eins, der Finanzierung, fest, kommt aber in der Zentrale für Außerirdische Beziehungen sehr gut an.</p>
<p>Noch wird dort darauf gewartet, dass er seine Absicht in die Tat umsetzt. Und, um das Ganze zu beschleunigen, will man Abgesandte des Instituts für Menschenkenntnis schicken, um Herberlein die Suche nach geeigneten Sponsoren zu erleichtern. Bisher ohne Erfolg. Keiner im Institut reißt sich um den Job. Mit Menschen zu verhandeln und sie in Verkaufsgespräche zu verwickeln, hat diejenigen, die es ausprobierten, entweder unglücklich verwickelt oder zu Trauernden gemacht, die zusehen mussten, wie schöne Projekte einen bürokratischen Tod starben.</p>
<p>So hat Herberlein zwar die Fernsehrechte verhökert, für die Vermessung reicht es aber hinten und vorn nicht. Zumal gemeinhin angenommen wird, dass Herberleins Hauptinteresse darin bestanden haben muss, seine finanzielle Durststrecke zu überbrücken, die ihm ein schlechter Film eingebracht hatte und es bei den Weltwundern eben nicht darum ging, kulturelles Erbe zu schützen, sondern nur sein Bankkonto davor, weiter ins Minus zu rutschen.</p>
<p>Auf ihren Reisen zu den Weltwunder-Finalisten<strong> </strong>trafen die Zumwinkels ihren alten Freund Scheich Al Mafi, dem sie schon vor über zwanzig Jahren dabei geholfen hatten, eine Milchfabrik mitten in der Wüste Al-Kharj in Saudi-Arabien zu errichten, um den steigenden Milchbedarf der arabischen Bevölkerung zu decken.</p>
<p><strong>In dieser heißen Region einen High-Tech-Kuhstall zu bauen</strong>, damit die rund dreißigtausend Tiere ordentlich Milch produzieren und in dem heißen Klima nicht alles wieder ausschwitzen, hätte damals niemand für möglich gehalten. Ob Kühe schwitzen, weiß Erwin Zumwinkel nicht, aber dass ihnen spitzenmäßige Temperaturen bei einundvierzig Grad am Tage nicht sonderlich gut tun können, liegt auf der Hand. Alle waren sich zwar einig darüber, dass Kühe nicht in die Wüste gehören – allein schon deshalb, weil es offensichtlich gegen ihre Widerkäuernatur geht – wurde das Projekt dem zuwider dennoch abgesegnet und budgetiert.</p>
<p>Die Zumwinkels betrachteten es als sportliche Herausforderung. Die Bedingungen für das Betreiben einer Milchfabrik mussten günstig und die entstehenden Kosten für den Bau und die darin enthaltene Klima-Technik dennoch so gering gehalten werden, dass sich das Ganze in einem moderaten Preis für einen Liter Milch nieder zu schlagen hatte. Den sich auch die dortige Bevölkerung leisten können sollte.</p>
<p>Es wurde ein voller Erfolg. Die Kühe, mittlerweile in der vierten Generation, stehen aufgereiht in ihren Stallungen. Dort werden sie permanent mit Wassertropfen eingenebelt und scheinen genauso glücklich wie ihre Artgenossinnen auf bayrischen Wiesen zu sein. Hin und wieder kommt es vor, dass ein Tier ausbüxt und sich in der weiten und öden Landschaft verirrt. So haben die arabischen Cowboys verendete Kühe wieder aufsammeln müssen, nachdem man sie Kilometer von ihrer Bestimmung entfernt tot aufgefunden hatte. Kurz stellte der Manager die Überlegung an, allen neu geborenen Kälbern RFID-Chips zur Ortung einzupflanzen, verwarf den Gedanken aufgrund der Kosten aber wieder. Der Lebenszweck der Kühe besteht darin, dass jedes Tier am Tag bis zu siebzig Liter Milch gibt. Für einen Liter Milch werden 2.500 Liter Wasser verbraucht. Um diesen enormen Verbrauch zu befriedigen, gibt es in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten an zahlreichen, in Meeresnähe gelegenen, Standorten Entsalzungsanlagen.</p>
<p>Da soll noch einer sagen, die Menschen hätten keine Ahnung von Terraforming. Al Mafi hatte die Zumwinkels mit seinem Kumpel Scheich Hamad ibn Muhammad asch-Scharqi bekannt gemacht, der ihnen aufgrund der warmen Empfehlung Al Mafis wiederum den Eintritt ins Meerentsalzungsprojekt in Fujairah ermöglichte.</p>
<p><strong>Heute machen die Zumwinkels eine Begehung des riesigen Areals</strong> – oder besser gesagt sie fahren mit einem Landrover, um den baulichen Fortschritt der Meerwasserentsalzungsanlage zu überprüfen. Das geplante 500-MW-GUD-Kraftwerk soll mit gigantischen Gas- und Dampfturbinen ausgerüstet werden. Die Anlage &#8211; ein Hybridsystem aus Umkehrosmose und thermischer Entsalzung &#8211; soll die Produktion von 636.000 m³/d Trinkwasser möglich machen. Das entspricht in etwa der Wassermenge von Sieben millionenneunhundertfünfzigtausend handelsüblicher Fisch-Aquarien. Oder unvorstellbar vielen Kaffeetassen. Die ersten Grundfesten der hässlichen Anlage sind bereits errichtet.</p>
<p>Erwins Frau Anna macht sich auf ihrem Taschencomputer Notizen und spricht mit dem Bauleiter-Stab, der sie allerdings nicht für voll nimmt. Hin und wieder wischt sie sich mit einem Taschentuch über die Stirn. Unter ihrem weißen Leinenhemd und dem nach hinten gebundenen Kopftuch klebt der Schweiß an ihrem Körper. Sie freut sich auf ihren Aufenthalt in Dubai, wo sie nach vorläufigem Abschluss ihrer Arbeit auf einer der künstlich angelegten Inseln von „The World“, die Dubai ins Meer gebaut hat, einen Kurzurlaub einlegen wollen – das Projekt ist noch im Anfangsstadium, die fertigen Inseln werden aber bereits vermietet oder verkauft. Der Scheich hatte ihnen eine persönliche Einladung geschickt.</p>
<p>Obwohl mit Kapital gut ausgerüstet, kommt der Kauf einer solchen Insel, der Preis liegt in etwa bei elf Millionen US-Dollar, für die Zumwinkels nicht in Frage. „The World“, lauter künstliche Inseln in Form der Welt, bleibt darum ein sehr schönes und sehr teures Projekt für die sehr Reichen. Gleich neben den anderen künstlichen Inseln „Jumairah“ und „Ali Jebel“ ist es eins der wahnsinnigsten Vorhaben, die die Menschheit gerade am Laufen hat.</p>
<p>Entweder bekommt man also eine solche Insel geschenkt, ist prominent wie zum Beispiel Michael Schumacher oder eben superreich. Alles in allem hat „The World“ eine beängstigende Ähnlichkeit mit dem Paradies beziehungsweise ist es eine Mischung aus beidem, dem Paradies und Sin City. Diesbezüglich laut gewordene Stimmen haben Gott jedoch nicht dazu bewegen können, hier irgendwie einzugreifen. Eigentlich kommt es ihm ganz gelegen, dass die Menschen derart gewagte Unternehmungen durchziehen. Er möchte gerne wissen, wohin das führt und ob es irgendwie seinem Plan dienen könnte.</p>
<p>Diese Art von Landschaftsdesign jedenfalls ist ganz nach Annas Geschmack. Wieso nur mussten Kraftwerke hingegen immer so schrecklich funktional aussehen? Auch wenn man gewisse statische Voraussetzungen und technische Machbarkeiten beachten musste, hieß das noch lange nicht, dass die Gebäude nicht ein ansprechendes Äußeres haben durften. Sie musste es ja wissen. Immerhin konnte sie durchsetzen, dass der größte Turm innerhalb der Anlage einen himmelblauen Anstrich bekommen soll.</p>
<p>Erwin unterhält sich derweil mit dem technischen Leiter und seinen drei Assistenten, die sich fleißig Notizen machen. „Ich denke, bis Mitte 2011 sollte die Anlage betriebsbereit sein“, sagt Erwin abschließend zu Pulpa, dem hauptverantwortlichen Techniker. „Gut, ja, ich sehe das genauso. Wenn alles nach Plan läuft, haben wir hier demnächst eine so gute Wasserversorgung, dass wir die ganze Welt in die Wüste schicken können. Ich meine, das wird den internationalen Tourismus ankurbeln“, erwidert Pulpa gut gelaunt. Beide Zumwinkels nicken.</p>
<p><strong>Da der Öl-Boom außerhalb des Emirats stattgefunden hatte</strong>, suchte die Regierung alternative Möglichkeiten, um im internationalen Geschäft mitzumischen. Für einen regen Tourismus muss jedoch auch noch der städtische Flughafen ausgebaut werden, der zurzeit überwiegend als Frachtumschlagsplatz dient. Saudi Arabien und Kuweit hatten der Stadt das größte Gebäude am Hafen mit beeindruckender Kommandozentrale auf dem Dach mit der Ansage: „Macht was draus!“ geschenkt. Eine vierspurige Autobahn führt von Khor Fakkan heran, die das Emirat nach Norden und Süden hin mit der Westküste verbindet. Erst in den 80er-Jahren erhielt Fujairah ein Hotel, einen Hafen und Telefon.</p>
<p>Zu dritt steigen sie in ihr Fahrzeug, während der Rest der Mannschaft noch weiter vor Ort bleibt. Gerade, als sie losfahren, klingelt Annas Mobiltelefon. Ein Anschluss aus Deutschland. Anna geht ran, hört einen kurzen Moment zu und ruft dann: „Elvira, Hase! Wie geht es dir?“, während sie die Augen verdreht und dann ihren Mann ansieht. Ohne sich etwas anmerken zu lassen sagt sie: „Ja, prima. Nein, wir sind gerade im Ausland. Mmh… die Emirate. Ach, Richard hat dir alles erzählt? Ja, stimmt, wir sind in drei Tagen auf „The World“. Ob du kommen darfst? Aber natürlich, Liebes. Flug buchen? Ja, ich gebe dir gleich meine Kreditkartennummer durch. Schon klar, dass du das nicht alleine bezahlen kannst.“ Und weil sie Elvira kennt: Und, wen bringst du mit?“ Während sie zuhört, macht sich in Erwins Richtung das Zeichen für „Kehle durch!“ und beendet das Telefonat mit der Durchsage ihrer Kreditkartendaten und den Worten: „Natürlich, wir reservieren euch gleich eine Bleibe in unserer Nähe. Dann bis in drei Tagen, Tschüss!“</p>
<p>Verärgert drückt sie die Aus-Taste ihres Telefons. „Na wunderbar, jetzt haben wir die schon wieder am Hals!“ Am anderen Ende, in ihrer Dresdener Wohnung, wendet sich Elvira ihrer neuesten Bekanntschaft zu und strahlt bis über beide Ohren. „Super, das hat geklappt, Richard sei Dank! In drei Tagen sind wir in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ich wollte immer schon mal zu den verrückten Scheichs. Das wird toll werden, ich versprech’s dir!“</p>
<p><strong>Elvira umarmt ihren neuen Freund &#8211; keinen anderen als Genesis </strong>- und läuft dann in ihr Schlafzimmer, um den Koffer vom Schrank herunterzuholen. Ohne schlechtes Gewissen, Richards Bekanntschaft mit den Zumwinkels zu ihrem Vorteil zu gebrauchen, beginnt sie, diverse Kleidungsstücke herauszusuchen. Wenn Richard schon nichts unternimmt, um seine Genialität in bare Münze umzuwandeln, Elvira tut es.</p>
<p>Vor acht Jahren hatte das Ehepaar Kontakt zu Richard aufgenommen, um sich bei einigen schwierigen Berechnungen für die Installation einer sehr komplizierten Home-Entertainment-Anlage, die fundierte Programmierkenntnisse voraussetzte, helfen zu lassen.</p>
<p><strong>Auslöser war ein Fernsehinterview mit Richard</strong> in der Sendung „Forschung for Future“ gewesen. Die Zumwinkels planten, ihr Haus noch intelligenter zu machen, als es ohnehin schon war. Richard war daraufhin zu einem Abendessen eingeladen worden und hatte – nach Rücksprache mit seiner Mutter &#8211; den Zumwinkels am nächsten Tag seine Unterstützung für ihr Projekt zugesagt. So entwickelte sich eine Freundschaft zwischen ihnen und Richard hatte, nachdem Elvira irgendwann davon erfuhr, diese zu mehreren Gesellschaften im Hause der Zumwinkels, nach Grünwald, einer Münchener Gemeinde, mitgenommen. Seitdem meldete sie sich in unregelmäßigen Abständen. Meistens überraschend. Um es sich aber mit Richard nicht zu verscherzen, machen die Zumwinkels stets gute Miene zum bösen Spiel. Allen Beteiligten ist klar, dass Elvira sich zum Schmarotzen nicht zu schade ist.</p>
<p>„Was denkst du, Jakob, soll ich dieses Oberteil auch mitnehmen?“ Elvira läuft zurück in ihr Wohnzimmer, wo Genesis es sich auf der Couch bequem gemacht hat und in einer Zeitschrift blättert. Sie hält sich ein zartes ärmelloses Stück Stoff vor die Brust und präsentiert sich damit. Genesis schaut hoch und meint: „Sehr sexy, Elvira. Bist du sicher, dass du nicht gegen die Etikette verstößt?“ „Wieso, sind doch Privatinseln, da können wir machen, was wir wollen“, hält Elvira dagegen. „Husch, ab nach Hause, du musst auch noch packen!“, befiehlt sie, zieht Genesis alias Jakob in die Höhe und bugsiert ihn zur Wohnungstür. „Warum, wir fliegen doch erst in ein paar Tagen“, will dieser wiedersprechen, aber Elvira ist nicht mehr zu bremsen. „Du, tausend Sachen, ich muss noch telefonieren, mir die Haare waschen, einkaufen gehen, ich brauche ja noch so einiges für die Reise und so, da kann ich dich hier nicht gebrauchen. „Tschüsschen, Freitag morgen, wir sehen uns!“ Damit verabschiedet sie sich von Genesis und schmeißt die Tür zu. Aufgeregt greift sie zum Telefon und tippt die Nummer einer Freundin ein.</p>
<p><strong>Währenddessen sitzen die Zumwinkels mit Pulpa beim Mittagessen</strong> in einem Hotel in Fujairah. Es gibt Hackbraten mit Mandelreis und Yoghurt-Gurken-Dip. „Pulpa, wie geht’s deiner Frau und den Kindern?“, erkundigt sich Erwin nach Pulpas Familie, die in einem feudalen Viertel der Stadt wohnen und neben den Eltern seiner Frau auch noch seine alte hundertundeinjährige Tante in ihrem Haus beherbergen. „Bestens“, schmatzt Pulpa, „danke der Nachfrage. Tante Abdah macht uns jedoch manchmal das Leben schwer, besonders meiner Frau. Ständig humpelt sie zu den Nachbarn herüber oder spricht Leute von der Straße an und will ihnen ihren Knoblauchsud verkaufen, den sie im Gartenhäuschen lagert. Das Zeug stinkt zehn Meilen gegen den Wind, genau wie Abdah, sie ist aber nicht davon abzubringen, es jedem aufzuschwatzen, der ihr unter die Augen kommt. Sie hat nicht mitbekommen, dass wir genug Geld haben und auf ihre Kräutermixturen als Zusatzeinnahmequelle nicht angewiesen sind. Aber was willst du machen? Und bei euch, irgendwelche Neuigkeiten aus Deutschland?“ „Alles beim Alten.“, antwortet Anna, „Nur, dass Elvira sich wieder mal angekündigt hat. Sie kommt übermorgen und wir nehmen sie mit auf die Insel. Hat schon wieder einen neuen Freund an der Angel. Das Mädchen ist eine echte Plage. Du hast es ja mitbekommen“, seufzt sie und spießt mit der Gabel ein Stück Fleisch auf. „Kommt uns doch noch hinterher besuchen“, lädt Pulpa sie ein. „Abdah könnte Elvira aus der Hand lesen.“ „Gar keine schlechte Idee. Das könnten wir noch hinten dran hängen, was meinst du, Erwin?“ „Unbedingt. Und wir könnten dann noch einen Ausflug zum Fort machen, Pulpa.“, schlägt Erwin vor.</p>
<p>Fortsetzung folgt.</p>
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